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- Königreich Island (1918-1944) -
Letzte Aktualisierung dieser Seite: 18.08.2013
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Überblick Auf dem Weg zum Königreich Unabhängigkeitstag Souveränität und deren Folgen Markenausgaben 1920-1929 Wirtschaftswachstum Ausbau des Verkehrswesens Zwischen den Weltkriegen 1.000 Jahre Althing Markenausgaben 1930-1939 Zeit der Großen Depression Entwicklung von Kultur und Kunst Beginn des 2. Weltkriegs Britische Besetzung 1940 Markenausgaben 1940-1944 Amerikanische Besetzung 1941 Aufhebung des Unionsvertrages nach unten

Überblick

Zur Zeit des Königreiches erschienen in Island 147 Briefmarken und zwei Blocks, wobei es neben Freimarken nun auch verstärkt Sondermarken gab.

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Auf dem Weg zum Königreich

is_83.jpgWährend Hafstein ein Befürworter der Selbstverwaltung, war, gehörte Björn Jónsson zu einer neu gebildeten Partei, der Unabhängigkeitspartei. Er errang im Althing eine Mehrheit unter den vier Kandidaten (Björn Jónsson, Hannes Thorsteinsson, Krístján Jónsson und Skúli thoroddsen), die sich um das Amts des Ministers für Island bewarben. Jónsson machte sich auf den Weg nach Dänemark, wo der König in ernannte. Zu dieser Zeit hatte seine Partei zwar eine solide Mehrheit, spaltete sich aber bald in verschiedene Gruppierungen auf. Da Jónsson sogar Beamte aus seinen eigenen Reihen entließ, wie Tryggvi Gunnarsson, den Direktor der Nationalbank, kam es zu Massenprotesten und Demonstrationen und viele Mitglieder verließen die Partei. Nachdem er auch die Mehrheit im Parlament verloren hatte, wurde er zum Rücktritt aufgefordert. Der König ernannte Kristján Jónsson zum neuen Minsiter, der von 1911 bis 1912 im Amt blieb.

Es kam in Island zu Neuwahlen, aus denen die Selbstverwaltungspartei als Sieger hervorging und Hannes Hafstein wurde zum zweiten Mal Minister für Island. Björn Jónsson verstarb im Jahre 1912.

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Unabhängigkeitstag

Am 01.12.1918 trat der Unionsvertrag mit Dänemark in Kraft und er wurde mit einem Festakt in Reykjavik begangen. Die Minister der Regierung und des Althings gedachten der Leistungen von Jón Sigurdsson, indem sie Blumen auf seinem Grab niederlegten. Vor dem Regierungsgebäude wartete eine große Menschenmenge, um Sigurdur Eggerz zuzuhören, der eine Rede über die Bedeutung des Festtages für Island hielt.

Am Mittag wurde die dänische Flagge auf dem Regierungsgebäude eingeholt und durch die isländische Nationalflagge ersetzt. Danach gab es noch verschiedene Reden, Grußbotschaften ausländischer Staaten und ein Hochamt in der Kathedrale.

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Souveränität und deren Folgen

is_84.jpg1920 wurde die neue Verfassung für das Königreich Island Realität, da die Legislative und andere wichtige Staatsangelegenheiten in die Hand der isländischen Regierung übergingen und so die Trennung von Dänemark und Island vollzogen wurde. Island bekam im gleichen Jahr einen eigenen Gerichtshof und 1922 erhielt es eine eigene Küstenwache. Außerdem ging die Verantwortung für ausländische Angelegenheiten in eigene Hände über. Die erste isländische Botschaft wurde 1920 in Kopenhagen eingerichtet mit Sveinn Björnsson als Botschaft. Im gleichen Jahr eröffnete auch Dänemark eine Botschaft in Reykjavik. Island besaß nun auch ein eigenes Zivilrecht und eine eigene Währung, die isländische Króna. Gegenüber anderen Staaten verpflichtete sich Island - auch in Ermangelung einer eigenen Armee - zur Neutralität.

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Markenausgaben 1920-1929

Im Jahre 1920 erschienen sechzehn Werte "Könige Christian X." (mit dünnen, gebrochenen Linien im Medaillon und Wz. 2), 1921/22 fünf Freimarken mit Farbänderungen und sechs Freimarken mit Farbänderungen, 1922 Nr. 86 mit Aufdruck, 1924 Nr. 73 mit Aufdruck, 1925 Nr. 44 und 45 mit Aufdruck sowie die Freimarken "Ansichten von Island", 1926 Nr. 103 mit Aufdruck und 1929 Nr. 45 mit Aufdruck.

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Wirtschaftswachstum

is_85.jpgNach Ende des 1. Weltkriegs 1918 erlebte Island zunächst eine schwierige Zeit, wie dies aber überall auf der Welt der Fall war. Man hatte mit wirtschaftlichen Problemen wie instabilen Märkten, Währungsschwankungen, und Preiserhöhungen zu kämpfen. Erst ab 1925 stabilisierte sich die Lage und besserte sich bis 1930, als es zur weltweiten Großen Depression kam, die im Herbst 1929 in den USA begann und sich dann über die ganze Welt ausbreitete. Eine erste Auswirkung hatte dies auf die Bank von Island, die 1930 zusammenbrach, obwohl eine Fischerei-Bank gegründet worden war. Daneben gab es seit 1929 mit der Landwirtschaftsbank ein weiteres staatliches Geldinstitut.

Nach dem 1. Weltkrieg nahm besonders die Fischindustrie einen großen Aufschwung. Es wurden neue Schiffe gebaut und die Maschinen in der Fisch verarbeitenden Industrie erneuert. So wurden die während des 1. Weltkriegs verkauften Kapazitäten ersetzt. Die restlichen, alten Segelboote verschwanden zugunsten moderner Motorkutter.

Die im Osten und Norden Islands von den Norwegern errichtete Heringsindustrie wurde von Isländern übernommen und Sihufjördur im Norden wurde zu einem wichtigen Hafen ausgebaut, der das Zentrum des Heringsfangs wurde. In Reykjavik entstand 1930 eine neue Fabrik und sechs Jahre später waren es schon sieben. Bis 1944 wuchs die Zahl auf 62 an, die sich über das ganze Land verteilten. Obwohl Fisch nun für den Export tief gefroren wurde, wurden die alten Konservierungsmethoden des Trocknens und Einsalzens für den einheimischen Markt beibehalten.

Die Technologie hielt aber auch in anderen Bereichen des täglichen Lebens in Island Einzug. In der Landwirtschaft wurden die Anbau- und Erntemethoden modernisiert. Die Anbauflächen für die Heuproduktion wurden vergrößert, Mühlen elektrifiziert und Traktoren zum Umpflügen der Felder eingesetzt.

Zur Förderung der Landwirtschaft gab es 1923 ein entsprechendes Gesetzt und für den Handel mit Agrarprodukten ein Gesetz aus dem Jahre 1935. Allerdings hatte die Schafzucht damit zu kämpfen, daß aus dem Ausland ein Virus eingeschleppt wurde, der sich nur schwer bekämpfen ließ.

Gleichzeitig setzte nach dem 1. Weltkrieg eine Art Landflucht ein, da immer mehr Menschen aus den ländlichen Gebieten in die Städte und größeren Dörfer strömten. Waren noch 1920 40 Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig, so waren es 1940 etwas 33 Prozent und 1980 nur noch 14 Prozent. In den Städten und Dörfern entstanden neue Fabriken, um Islands Abhängigkeit von Importen zu verringern.

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Ausbau des Verkehrswesens

is_86.jpgDas Schiffswesen expandierte zwischen den beiden Weltkriegen, als die isländische Schiffahrtsgesellschaft und andere Gesellschaften ihre Flotten vergrößerten. Für den Küstenverkehr wurde 1922 eine eigene Gesellschaft durch die Regierung gegründet, um die Ortschaften Islands besser miteinander zu verbinden. Bevor das Straßenwesen ausgebaut wurde, war der Transport über die See weit verbreitet. Als Pläne für die Errichtung von Eisenbahnen wieder fallengelassen wurde, wurden neue und bessere Straßen und Brücken gebaut. 1924 gab es in ganz Island nur 300 Autos, wovon die meisten in Reykjavik zugelassen waren, da es außerhalb der Hauptstadt nur wenige Straßen gab. Autofahrer waren wie Pioniere, die den Weg für zukünftige ausgebaute Straßen vorgaben. Mit dem Ausbau des Straßenwesens nahm auch die Zahl der LKWs und Autos zu, obwohl bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts private Autos eher die Ausnahme blieben.

Die Luftfahrt kam in Island relativ früh in Gang, als die erste isländische Luftfahrtgesellschaft im Jahre 1919 gegründet wurde, die nur ein einziges Flugzeug besaß und kurz darauf schon wieder aufgelöst wurde. Zwischen 1928 und 1930 wurden weiter Flüge innerhalb Islands unternommen. Das erste ausländische Flugzeug landete 1924 in Island, als die Arktis-Expedition von Nelson auf dem Weg aus den USA einen Zwischenstopp einlegte. 1930 und 1931 landete ein Zeppelin. 1933 gastierte ein italienisches Luftgeschwader und Island und auch Charles Lingbergh flog während seiner Atlantiküberquerung Island an.

1937 wurde die Akureyri Luftfahrtgesellschaft gegründet, die regelmäßige Flüge zwischen Akureyri und Reykjavik anbot und sich später Icelandair nannte. Eine weitere Gesellschaft war die Loftleidir, die 1945 gegründet wurde und nach dem 2. Weltkrieg internationale Flüge von und nach Island anbot. 1973 schlossen sich beide Gesellschaft zu einem einzigen Unternehmen zusammen, das sich ebenfalls Icelandair nannte.

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Zwischen den Weltkriegen

is_87.jpgNachdem mit Dänemark eine Einigung über die Freiheit und Unabhängigkeit Islands erzielt worden war, lösten sich die alten Parteien auf und es entstanden neue, wobei sich die politischen Bestrebungen mehr auf wirtschaftliche und häusliche Belange richteten.

Die erste Koalition von Jón Magnússon dauerte von 1917 bis 1919 und bis 192 gab es eine Neuauflage. Er gehörte zur alten Selbstverwaltungspartei. Im Jahre 1923 bildete Sigurdur Eggerz von der alten Unabhängigkeitspartei bis 1924 eine neue Regierung. Es gab noch Reste Selbstverwaltungspartei und Unabhängigkeitspartei sowie eine neue Gruppierung, die sich Konservative Partei nannte. Einige ehemalige Mitglieder der Selbstverwaltungspartei hatten sich in der neuen Progressiven Partei zusammen gefunden und eine Fraktion der Unabhängigkeitspartei hatte sich abgespalten und die Bürgerpartei sowie die Liberale Partei gegründet. Besonders im rechten Lager gab es eine Zersplitterung, bis sich 1929 die Konservativen und Liberalen in einer neuen Unabhängigkeitspartei wieder zusammenfanden, die seitdem die größte Partei Islands ist.

1924 wurde Jón Magnússon der erste Vorsitzende der Konservativen Partei und bildete im gleichen Jahr eine Regierung, die nur aus dieser einzigen Partei bestand. Nach seinem Tod im Jahre 1926 folgte ihm Jón Thorláksson als Parteivorsitzender und Premierminister bis zu den verlorenen Wahlen im Jahre 1927. Er blieb allerdings Vorsitzender der Konservativen Partei und später der Unabhängigkeitsparte bis 1934, als Ólafur Thors den Vorsitz übernahm.

Nachdem die Konservativen 1927 die Wahlen verloren hatten, stellte die Progressive Partei unter Tryggvi Thórhallsson zusammen mit der Sozialdemokratischen Partei die Regierung. Der neue Premierminister war ein einflußreicher Mann, wurde aber noch von seinem Kultur- und Justizminister Jónas Jónsson übertroffen. Die Regierungszeit von 1927 bis 1931 war eine Zeit der großen Fortschritte, besonders in Sachen Kultur und Industrialisierung. Es wurden Schulen gebaut und kulturelle Einrichtungen gegründet, aber auch Straßen und Brücken wurden im ganzen Land neu errichtet und die Küstenschiffahrt nahm zu. Auch begann man mit dem Bau eines Nationaltheaters und anderer öffentlicher Gebäude, wie dem Staatskrankenhaus in Reykjavik, das 1930 eingeweiht werden konnte. Die Hering verarbeitende Industrie prosperierte, die Landwirtschaft wurde modernisiert und eine neue Bank speziell für die Landwirtschaft wurde gegründet.

is_88.jpg1931 forderten die Sozialdemokraten Gespräche über eine Reform des Wahlrechts, die auch mit den Unabhängigen aufgenommen wurden. Bevor es allerdings zu Ergebnissen kam, löste Premierminister Traggvi Thóhallsson das Parlament auf und schrieb Neuwahlen aus. Obwohl die Opposition dagegen protestierte und es zu Protesten in der Bevölkerung kam, hatte der Premierminister verfassungsmäßig dieses Recht. Obwohl die Progressive Partei nur 36 Prozent der Stimmen erhielt, errang sie durch die vorgezogenen Neuwalen eine Mehrheit der Sitze. Traggvi Thórhallsson bildete eine Einparteienregierung. 1932 trat er als Parteivorsitzender zurück und sein Nachfolger Asgeir Ásgeirsson bildete mit der Unabhängigkeitspartei zusammen eine Koalition. Die beiden Parteien setzten ein neues Wahlrecht durch, das lange Zeit gelten sollte. Nach dem neuen System sollten Parlamentarier durch ein Einmanngremium, zwölf durch sechs Zweimangremien aus den Distrikten und sechs für Reykjavik gewählt werden und die restlichen elf Sitze gewichtet werden, wobei die Bevölkerungsdichte der Distrikte berücksichtigt werden sollte. Zugleich wurde die Wahlberechtigung von 25 aus 21 Jahre herabgesetzt.

Das neue Wahlrecht galt für die nächsten Wahlen 1933 und 1934. In dieser Zeit spaltete sich eine Fraktion von der Progressiven Partei ab und bildete die Bauernpartei, die ein paar Parlamentssitze erringen konnte, aber nach 1937 sich wieder auflöste. Tryggvi Thórvallsson trat in die neue Partei ein, verlr aber die Wahlen gegen Hermman Jónasson, den neuen Führer der Progressiven.

Jónasson führte die Progressiven 1934 in eine neue Koalition mit den Sozialdemokraten und die Regieung bezeichnete sich selbst als Regierung der Arbeiterklasse, die sich für ein neues Gesundheitssystem und generelle soziale Sicherheitssystem einsetzte. Dieses wurde 1936 eingeführt und besteht bis heute. Jónasson führte die Regierung bis 1939 und bildete danach eine neue Koalition aus Progressiven, Sozialdemokraten und Unabhängigen, die als Nationale Regierung bekannt ist. Nur drei Sozialdemokraten blieben in der Opposition, was aber die Arbeit der neuen Regierung nicht beeinträchtigte. Die Anzahl der Minister wurde von drei auf Fünf erhöht.

Die Idee dieser breit aufgestellten Koalition war, der großen Wirtschaftskrise besser begegnen zu können. Die Nationale Regierung hielt bis 1942, als die Sozialdemokraten nach Reformen riefen wegen der wirtschaftlichen Lage. Die Zahl der Parlamentarier von 49 auf 52 erhöht, so daß aus verfassungsrechtlichen Gründen im Jahre 1942 zwei Wahlen stattfanden, zwischen denen Ólafur thors mit seiner Unabhängigkeitspartei eine Minderheitsregierung stellt. Nach den zweiten Wahlen dieses Jahres gab es eine Pattsituation, worauf unter Björn Thórdarson als Premierminister eine nicht parlamentarische Regierung gebildet wurde, die bis zur Ausrufung der Republik im Jahre 1944 im Amt blieb.

is_89.jpgIn den frühen Jahren des Königreichs Island waren die Sozialdemokraten und die Arbeiterbewegung eng miteinander verbunden, was sich aber 1930 radikal änderte, als die Kommunistische Partei Islands unter der Führung von Brynjólfur Bjarnason und Einar Oleirsson gegründet wurde. Zunächst blieb die Zahl der Parteimitglieder gering, aber während der Depression wuchs sie stark an und 1937 konnte man drei Sitze im Parlment erringen. Viele Anhänger träumten von einer Vereinigung der beiden linken Parteien. Einen derartigen Vorschlag machte auch der Sozialdemokrat Hédinn Valdemarsson, aber er fand in seiner eigenen Partei mit seinem Vorschlag wenig Zustimmung. Deshalb gründete er seine eigene Partei, die Vereinigte Sozialistische Volkspartei. Wegen seiner prorussischen Haltung geriet er schon bald in Mißkredit und er verließ die Partei wieder, die dennoch weiterbestand und mit der Zeit an Mitgliedern gewann.

Bedingt durch den Einfluß Adolf Hitler gab es auch im rechen Lager eine neue radikale Bewegung. 1933 wurde in Reykjavik eine Nationalsozialistische Partei gegründet, die zwar sehr aktiv war, aber nie viele Mitglieder hatte. Später wechselten einige der Partieaktivisten zur Unabhängigkeitspartei.

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1.000 Jahre Althing

Das alte isländische Parlament wurde schon 930 n. Chr. Und bestand mit einer Unterbrechung zwischen 1800 und 1843 während der vielen Jahrhunderte. Am 26. Bis 28. Juni des Jahres 1930 konnte die Jahrtausendfeier mit 35.000 Teilnehmern in Thingvellir gefeiert werden. Zusätzlich gab es weitere Feiern in ganz Island, die den ganzen Sommer über stattfanden.

An den Feiern nahmen auch ausländische Gäste teil, deren vornehmster König Christian X. war. Er kam mit seiner Gattin zu einem offiziellen Staatsbesuch nach Island.

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Markenausgaben 1930-1939

Im Jahre 1930 erschienen die sechzehnteilige Serie "1.000 Jahre Althing", Nr. 62 mit Aufdruck und "1.000 Jahre Althing" (als Flugpostausgabe), 1931 "Islandfahrt Graf Zeppelin", 1931/32 sechs Freimarken "Gullfoss-Wasserfall", 1931/34 zwölf Freimarken "König Christian X." (mit Wz. 3), 1933 erstmals "Wohlfahrtsmarken" sowie die Aufdruckmarken "Besuch des Balbo-Fluggeschwaders", 1934 sechs Flugpostmarken, 1935 die Serie "100. Geburtstag von Mathias Jochumsson", 1937 "25-jähriges Regierungsjubiläum von König Christian X." (auch als Block 1), 1938 die Freimarken "Geysire", "Leif-Erikson-Tag" (als Block 2) sowie "20 Jahre Unabhängigkeit" sowie 1939 "Weltausstellung in New York".

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Zeit der Großen Depression

is_90.jpgWie in vielen anderen Ländern wirkte sich auch in Island die Große Depression in den 1930er Jahren des 20. Jahrhunderts aus. Die Exporte stagnierten, die Preise stiegen und es gab viele Konkurse. Dies führte zu höherer Arbeitslosigkeit und einer allgemeinen wirtschaftlichen Stagnation. Die Regierung versuchte, mit einer Reduzierung der Importe und Förderung des Binnenmarktes, gegen zu steuern, wobei es spezielle Hilfen für die Landwirtschaft und Fischerei gab. Ab 1933 wurde auch das Instrument öffentlicher Aufträge verstärkt eingesetzt, indem in den Straßen- und Brückenausbau investiert wurde. Aber auch Schulen, und neue hydroelektrische Kraftwerke wurden gebaut. 1937 konnte die erste dieser Anlagen am Fluß Sog in Betrieb genommen werden und 1939 eine weitere am Fluß Laxá.

An manchen Orten, wie zum Beispiel in Reykjavik, versuchte man, ungelernte Arbeiten mit öffentlichen Arbeiten wie Straßenreinigung oder Schneeräumen zu beschäftigen. Wegen der begrenzten finanziellen Mittel mußten diese Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen in Reykjavik aber 1932 eingeschränkt werden. Es kam zu Arbeiterprotesten, worauf die Polizei eingesetzt werden mußte. Es kam zu Prügeleien mit der Polizei, worauf die Regierung nachgab und anordnete, daß die Kommunen ihre Programme zur Beschäftigungsförderung fortführen sollten.

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Entwicklung von Kultur und Kunst

is_91.jpgIn der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelten sich auch Kultur und Kunst in Island weiter, denn es gab zahlreiche Lyriker und Schriftsteller und auch in anderen künstlerischen Bereichen machten sich viele Isländer einen Namen: Die bekanntesten Lyriker dieser Zeit waren Stefán Sigurdsson (1887-1933), David Stefánsson (1895-1964), Jóhannes Jónasson (1899-1972), Tómas Gudmundsson (1901-1983), Gudmundur Bödvarsson (1904-1974) und Steinn Steinnar (1908-1958), deren Einfluß bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts reichte.

Für seine Novellen erhielt der 1902 geborene Schriftsteller Halldór Laxness 1955 den Nobelpreis für Literatur. Weitere bekannte Autoren waren Thórbergur Thórdarsson (1889-19749; Gudmundur G. Hagalín (1898-1985) und Gudmundur Danielsson (1910-1990). Einige dieser isländischen Autoren schrieben ihre Werke in Dänisch oder anderen Fremdsprachen, um ein möglichst großes Publikum zu erreichen, wie z. B. die Dramatiker Jóhann Sigurjónsson (1880-1919) und Gudmundur Kamban (1857-1945) sowie die Novellisten Jón Sveinsson oder Nonni (1857-1944), Gunnar Gunnarsson (1888-1975) und Kristmann Gudmundsson (1901-1982.

Aber auch in der Malerei gab es bekannte Künstler, wie z. B Thórarinn B. Thorláksson (1862-1924), Jóhannes S. Kjarval (1885-ä1972), Jón Stefánsson (1881-1962) und Finnur Jónsson (geb. 1892). Berühmte Bildhauer sind Einnaqr Jónsson (1874-1954) und Ásmundur Sveinsson (1893-1983).

is_92.jpgIn Reykjavik und anderen Städten entstanden Musikschulen und im ganzen Lande traten Chöre und Instrumentalisten auf, deren Darbietungen gut besucht waren. Im Jahre 1950 wurde das Isländische Symphonie-Orchester gegründet. Bekannte Komponisten waren Bjarni Thorsteinsson (1861-1938) und Jón Leifs (1899-1965).l 1897 wurde das Reykjavik Theater-Ensemble gegründet und 1950 das Nationaltheater eröffnet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es auch das erste Kino in Reykjavik das 1906 eröffnet wurde. 1926 folgte eine private Radiostation in Reykjavik, die aber nicht lange bestand. Der staatliche Radiosender startete 1930 und erreichte mit seinen Programmen das ganze Land.

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Beginn des 2. Weltkriegs

is_93.jpgMit dem deutschen Überfall auf Poen begann am 1. September 1939 der 2. Weltkrieg, wovon Island in den ersten Kriegsmonaten nicht direkt betroffen war, obwohl das öffentliche Interesse sehr groß war und die Sympathien der Isländer den Polen galt, zumal sie auch von der Sowjetunion angegriffen wurden. Im Kriegswinter 1939/40 solidarierte man sich auch mit den Finnen.

Das Deutsche Reich hatte sich vor dem Krieg sehr um Island bemüht und es gab zahlreiche Besuche und Expeditionen. Deutsche Agenten hatten auch mögliche Häfen und Flugplätze für deutsche Schiffe und Flugzeuge ausgespäht und enge Beziehungen zu den isländischen Rechtsextremen geknüpft. Die Annäherungsversuche der Isländer waren allerdings zurückgewiesen worden und 1939 entzog der isländische Premierminister Hermann Jónasson der Lufthansa die Landeerlaubnis auf Island.

Der Krieg hatte erst direkte Auswirkungen auf Island, als Dänemark und Norwegen am 9. April 1940 angegriffen wurden und die Isländer den Kontakt zu diesen Ländern verloren. Der König in Kopenhagen konnte nun auch nicht mehr seinen königlichen Aufgaben gegenüber dem Land nachkommen. Deshalb beschloß das isländische Parlament einen Tag nach dem deutschen Überfall auf Dänemark, die Aufgaben des Königs auf die Regierung zu übertragen und auch die Überwachung der territorialen Gewässer, die auf Grund des Unionsvertrages von 1918 durch die Dänen zu schützen waren, obwohl die Isländer diese Aufgabe eigentlich seit Jahren schon selber wahrnahmen.

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Britische Besetzung 1940

is_94.jpgNach der deutschen Okkupation Dänemarks und Norwegens informierte Großbritannien die isländische Regierung, dass auch Island gefährdet sein könnte. Wegen seiner Lage in der Mitte des Nordatlantiks war Island von großer strategischer Bedeutung, wie die früheren deutschen Nachfragen nach einer Landeerlaubnis gezeigt hatten. Da die Errichtung deutsche Militärbasen zu befürchten war, entschloß sich die britische Regierung, sowohl nach Island, als auch auf die Färöer-Inseln ein großes Expeditionskorps zu entsenden. Die Truppen landeten in Reykjavik am frühen Morgen des 10. Mai 1940 und übernahmen binnen kurzer Zeit die Kontrolle über das gesamte Land. Zwar protestierte die isländische Regierung dagegen heftig, aber als unbewaffnetes Land konnte man nicht mehr tun. Am Abend des 10. Mai wiederholte der isländische Premierminister nochmals seinen Protest gegen die Verletzung der isländischen Souveränität, rief aber gleichzeitig seine Landsleute auf, Ruhe zu bewahren und die britischen Truppen als Gäste zu betrachten. Die Briten sagten zu, sich nicht in isländische Angelegenheiten einmischen zu wollen und sich schnellst möglichst wieder zurückziehen zu wollen.

is_95.jpgDie Ankunft der britischen Truppen veränderte - im positiven Sinne - das alltägliche Leben der Isländer. Der Handel boomte und es gab viele neue Arbeitsplätze, da Truppenunterkünfte und andere Gebäude, Brücken, Straßen und Flughäfen errichtet werden mußten. Davon profitierten nicht nur Handwerk und die Industrie, sondern auch der allgemeine Lebensstandard stieg. Die meisten britischen Soldaten waren in Reykjavik und im Süden des Landes stationiert, aber eine große Zahl gab es auch in und um Akureyri und im Osten und Westen, so dass die Soldaten im ganzen Land präsent waren. Die Besetzung brachte Arbeit und Geld ins Land.

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Markenausgaben 1940-1944

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Amerikanische Besetzung 1941

is_96.jpgNach der Kapitulation Frankreichs im Jahre 1940 verloren die Briten einen wichtigen Verbündeten. Zu dieser Zeit waren die USA noch ein neutrales Land, obwohl sie Großbritannien unterstützten. Um die Kriegslasten abzumildern, übernahmen die Amerikaner im Sommer 1941 die Verteidigung Islands, nachdem die Isländer unter der Bedingung zugestimmt hatten, daß die amerikanischen Truppen das Land nach Ende des Krieges wieder verlassen würden. Auch sollte die Unabhängigkeit Islands respektiert werden. Der amerikanische Präsident akzeptierte diese Bedingungen, worauf der Verteidigungspakt vom isländischen Parlament ratifiziert wurde.

Die ersten amerikanischen Truppen erreichten Island am 8. Juli 1941. Sie waren besser ausgebildet und bewaffnet als die britischen Truppen. Es gab für die Isländer noch mehr Arbeit und somit auch Geld. ‚Die Truppen brachten auch schweres Gerät mit, wie Bulldozer, Kräne und Jeeps. Der bilaterale Handel zwischen beiden Ländern blühte.

Insgesamt warn die Beziehungen zu den fremden Truppen gut, obwohl deren Anzahl der Hälfte der isländischen ‚Bevölkerung entsprach. Während des Krieges erzielten isländischen Exporte hohe Preise und besonders die Fischereiprodukte profitierten vom Krieg. Leider verlor man aber auch Schiffskapazitäten, weil Fischerei- und Handelsschiffe sanken. Insgesamt verlor Island dadurch auch mehr Menschen als die amerikanischen Truppen.

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Aufhebung des Unionsvertrages

is_97.jpgNachdem die isländische Regierung die Aufgaben des Königs übernommen hatte, brachen die Kontakte nach Dänemark nach der deutschen Invasion im April 1940 abrupt ab. Deshalb wurde auch der Unionsvertrag diskutiert und man kam zu der Einsicht, die Verbindungen zu Dänemark zu lösen, da die Dänen nicht mehr in der Lage waren, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Deshalb beschloß das isländische Parlament, den Unionsvertrag von 1918 nicht mehr zu erneuern oder zu verlängern.

Darüber hinaus beschloß das isländische Parlament im Frühjahr 1941, für die Dauer eines Jahres einen Regenten zu ernennen, der die Aufgaben des Königs übernehmen sollte. Zudem sollte Island eine Republik werden, wenn der Unionsvertrag mit Dänemark abgelaufen sein würde. Zum Regenten wurde am 17.06.1941 Sveinn Björnsson, der frühe Botschafter in Dänemark, gewählt.

1942 kam es zu Streiks wegen höherer Löhne. Die Mehrheitsparteien versuchten, die ökonomische Situation gesetzlich zu regeln, worauf die Sozialdemokraten die Regierung verließen. Die Progressive und die Unabhängigkeitspartei stellten nun alleine die Regierung, aber stürzten, als die Sozialdemokraten Verfassungsreformen forderten. Deshalb fanden im Jahre 1942 zwei Wahlen statt. Die politische Balance war ins Wanken geraten, nachdem auf Grund der zweiten Wahlen die Sozialisten von 10 auf 52 Sitze im Parlament zunahmen, die Sozialdemokratische Partei sieben, die Unabhängigkeitspartei 20 und die Progressive Partei fünfzehn Sitze erhielten. Da keine der Parteien eine Mehrheit im Parlament hatten, versuchten sie, Koalitionen zu bilden. Nach zwei Monaten des Stillstands bildete der Regent Sveinn Björnsson eine nichtpolitische Regierung mit Björn Thórdarson als Premierminister.

is_98.jpgDie Öffentlichkeit und die politischen Parteien waren sich uneins, wie schnell die Bindungen an Dänemark gelöst werden könnten. Gemäßigte Kräfte neigten eher dazu, dieses Problem zu vertagen, bis Dänemark wieder ein freies Land wäre, um dann über das weitere Vorgehen zu beraten. Sie konnten sich aber nicht durchsetzen und im Frühjahr 1944 beschloß das Parlament den Unionsvertrag mit Dänemark aufzulösen. Dieser Beschluß wurde in einem nationalen Referendum mit 97,35 Prozent der Stimmen angenommen und am 17. Juni 1944 wurde die Republik Island proklamiert.

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