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Postgeschichte Kamp-Lintfort
- Die Stadtgründung und die fünfziger Jahre -
Letzte Aktualisierung dieser Seite: 18.04.2014
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Überblick zur Ortsgeschichte

Im Jahr 1950 war ein wichtiges Ereignis, denn Kamp-Lintfort erhielt vom Innenminister am 7. Januar 1950 das Recht, sich zukünftig "Stadt Kamp-Lintfort" nennen zu dürfen. Die feierliche Überreichung der Urkunde durch Regierungspräsident Baurichter erfolgte am 12. Februar in der Aula der Realschule. Zu Beginn der fünfziger Jahre war man auch in Kamp-Lintfort mit der Beseitigung der Kriegsfolgen fast fertig. Es mußten nicht nur die Wohnungen, sondern auch öffentliche Gebäude, Straßen und Brücken wieder hergerichtet werden. Auf dem Wohnungsmarkt herrschte Mangel, da sich die Bevölkerung von 23.000 im Jahre 1939 bis 1950 auf 28.600 in 7.300 Haushalten erhöht hatte. Im Jahre 1949 suchten 4.000 Personen in Kamp-Lintfort eine Wohnung. Im Jahre 1950 hatte das Straßennetz einen Umfang von 58 km und das städtische Kanalsystem wies eine Gesamtlänge von 5 km auf.

Nach dem 2. Weltkrieg bildeten sich bei der Neubebauung vier Siedlungsschwerpunkte heraus. Schon 1949 hatte man mit der Errichtung einer Bergbausiedlung im Geisbruch begonnen. 1951 wurde mit der Bebauung des Niersenbruch-Gebietes begonnen. Hier entstanden allerdings Wohnungen für Privatleute, die nicht auf der Zeche beschäftigt waren. Für Nichtbergleute wurde nordöstlich der alten Zechensiedlung 1953 bis 1955 das "Tor Ost" von der Graschaft Moers GmbH gebaut. Dort zogen viele Heimatvertriebene, Flüchtlinge und Stadtbedienstete hin. Im Jahre 1953 hatte die Stadt 30.000 Einwohner.

Seit 1955 wurde die Bebauung des Gestfeld-Gebietes südwestlich der Zeche in Angriff genommen. Im Norden schloß sich der Geisbruch an, wobei die Kleine Gorley und der Hornbuschgraben die Trennlinie zwischen beiden Siedlungsgebieten darstellt. Neu war, daß im Gestfeld Hochhäuser erbaut wurden, die auch Geschäfte beinhalteten. Dabei handelte es sich um das sog. "Gestfeldcenter", das im Atriumstil errichtet wurde.

Im Jahre 1956 konnte das Steinkohlenbergwerk Friedrich-Heinrich AG sein 50-jähriges Bestehen feiern. Im gleichen Jahre begann man auch mit der Errichtung der Schachtanlage in Hoerstgen. Schon im Jahre 1942 war mit dem Abteufen der Schächte auf Rossenray begonnen worden, die Fortsetzung der Arbeiten wurde aber nach dem Einmarsch der Amerikaner im März 1945 verboten. Am 15. August 1954 konnten die Arbeiten wieder aufgenommen werden.

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Die Deutsche Bundespost

"Deutsche Bundespost" war die Inschrift auf Marken der Bundesrepublik Deutschland und offizielle Bezeichnung der Postverwaltung in der Bundesrepublik Deutschland bis zur Privatisierung als Deutsche Post Worldwide Net AG. Erstmals gab es die Inschrift auf den beiden Johann-Sebastian-Bach-Marken von 1950. Letzmalig wurde die Inschrift auf der Marke "Grundgedanken der Demokratie - Freie Meinungsäußerung" vom 06.04.1995 verwendet. Seitdem steht auf den Marken das Wort "Deutschland".

Die Deutsche Bundespost (DBP) war ein 1947 eingerichtetes, nicht rechtsfähiges Sondervermögen. Sie war der zweitgrößte Arbeitgeber in Westdeutschland. 1947 wurde sie als Nachfolgerin der Deutschen Reichspost unter der Bezeichnung "Deutsche Post" gegründet. 1950 wurde der Name in "Deutsche Bundespost" abgeändert und bis 1989 war sie eine Behörde. Ab 1989 wurden durch die Postreform I verschiedene Änderungen im Behördenaufbau, im Aufgabenbereich und in der Wirtschaftsführung vorgenommen.

Rechtsgrundlage für die administrative Tätigkeit der deutschen Bundespost war das Postverwaltungsgesetz (PostVwG). Weitere Vorschriften waren das Postgesetz, das Fernmeldeanlagengesetz und verschiedene Verordnungen, die auf Grund des Postverwaltungsgesetzes erlassen wurden (z. B. Postgebührenordnung, Postordnung, Telegrammordnung, Fernmeldeordnung usw.).

Die Deutsche Bundespost war zuständig für Briefdienst, Paketdienst, Postzeitungsdienst, Postrentendienst, Postreisedienst, Postscheckdienst (später Postgirodienst), Postsparkassendienst, Fernmeldedienst, Telegrafen-/Telegrammdienst, Datendienste, Betrieb von Rundfunksendeanlagen (mit Ausnahme der Sender des 1. Programme), Aufbau und Betrieb des Kabelfernsehnetzes und eigene Nachrichten- und Fernsehsatelliten (auch zur Programmzuführung zu den Kabelnetzen). Der Postreisedienst (Kraftpost) wurde im Laufe der mit Diensten der Deutschen Bundesbahn verschmolzen. Vor Gründung der GEZ nahm die Post auch die Vereinnahmung der Rundfunkgebühren vor.

Die Bundespost war nach dem in der deutschen Bundesverwaltung üblichen Drei-Stufen-Prinzip aufgebaut. Die obere Stufe bildete das Bundesministerium für das Post und Telekommunikation, die mittlere Stufe bestand aus Oberpostdirektionen einschließlich der gleichgestellten zentralen Mittelbehörden Posttechnisches Zentralamt (PTZ), Fernmeldetechnisches Zentralamt (FTZ) (beide Sitz in Darmstadt), Sozialamt der Deutschen Bundespost (Sitz in Stuttgart) und Postsparkassenämter (Sitz in Hamburg und München), die untere Stufe waren Postämter, Postscheckämter (später umbenannt in Postgiroämter) und Fernmeldeämter.

Außerdem gab es für technische Aufgaben noch weitere Ämter wie z. B. die Fernmeldezeugämter, die für die Instandsetzung von allen Geräten die mit dem Fernmeldewesen zu tun hatten (Telefonzellen, Telefone, Vermittlungsgeräte usw.), zuständig waren. Anstelle einer Oberpostdirektion war in Berlin die Landespostdirektion eingerichtet, die auch Briefmarken verausgabte.

An dem Organisationsaufbau der ehemaligen Deutschen Reichspost wurde nichts geändert. Auf der unteren Ebene gab die Postämter, Zweigpostämter, Poststellen I und II und Posthilfsstellen und als Sonderämter die Postscheckämter, Postsparkassenämter (seit dem 01.01.1939) und die Werkstätten der Post.

Am 01.01.1959 wurden die "Richtlinien über die Organisation der Postämter" vom Bundesministerium erlassen. In den 1990er Jahren wurde dann noch das Zentralamt für Mobilfunk (ZfM) eingerichtet. Ferner gab es noch das Zentralamt für Zulassungen im Fernmeldewesen (ZZF, Sitz in Saarbrücken), das im September 1992 im Bundesamt für Zulassungen in der Telekommunikation aufging und die Fachhochschule der Deutschen Bundespost in Berlin und Dieburg. Daneben verfügte die Deutsche Bundespost über den Fernmeldenotdienst und weitere Einheiten des Behördenselbstschutzes. Der Behördenselbstschutz war mit einer Art Werksfeuerwehr zu vergleichen.

Das Bundesministerium für Post und Telekommunikation blieb für die hoheitlichen Aufgaben im Postwesen und bei der Telekommunikation zuständig. Nach der Auflösung des Ministeriums übernahm ab dem 01.01.1998 die zunächst unter dem Namen Bundesamt für Post und Telekommunikation (BAPT) geschaffene Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post die Aufgaben der Mittelbehörden.

Die Geschäftsbereiche wurden im Rahmen der Postreform II 1994 privatisiert und es entstanden die Deutsche Post AG, die Deutsche Telekom AG und die Deutsche Postbank AG.

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Die Postgeschichte von Kamp-Lintfort zur Zeit der frühen Bundesrepublik Deutschland

Die Lintforter Poststempel der Nachkriegszeit ab 1945

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Lintforter Zweikreisstempel - ab 1950 in Gebrauch - mit Gebietsleitzahl "22a" (Stempelbuchstabe "a")

Lintforter Zweikreisstempel - ab 1950 in Gebrauch - mit Gebietsleitzahl "22a" (Stempelbuchstabe "b")

Lintforter Zweikreisstempel - ab 1951 in Gebrauch - mit Gebietsleitzahl "22a" (Stempelbuchstabe "c")

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Lintforter Zweikreisstempel - 1954 bis 1963 in Gebrauch - mit Gebietsleitzahl "22a" (Stempelbuchstabe "f")

Lintforter Zweikreisstempel mit Gebietsleitzahl "22a" (Stempelbuchstabe "g")

Lintforter Zweikreisstempel - 1954 bis 1963 in Gebrauch mit Gebietsleitzahl "22a" (Stempelbuchstabe "h")

Die Posttarife der fünfziger Jahre

Bis zum 1.7.1954 galten noch die alten Tarife der aus dem Jahre 1948, wobei die Tarife vom 1.9.1948 auch noch in der Bundesrepublik Deutschland bis zum 1.7.1954 Gültigkeit hatten. Danach gab es eine Änderung, die bis zum Jahre 1963 Bestand hatte.

Inland
Drucksachen
 
Ab 1.7.1954
Bis 20 g
7
Bis 50 g
10
Bis 100 g
15
Bis 250 g
25
Bis 500 g
50
Geschäftspapiere / Briefdrucksachen
Bis 100 g
25
Bis 250 g
25
Bis 500 g
50
Postkarten
Ortsverkehr
8
Fernverkehr
10
Briefe (Ortsverkehr)
Bis 20 g
10
Bis 50 g
20
Bis 100 g
20
Bis 250 g
20
Bis 500 g
30
Bis 1.000 g
40
Briefe (Fernverkehr)
Bis 20 g
20
Bis 50 g
40
Bis 100 g
40
Bis 250 g
40
Bis 500 g
60
Bis 1.000 g
80
Einschreiben
Gebühr
50
Rückschein
40
Eilzustellung
Ortszustellbereich 6-22 Uhr
60
Landzustellbereich 22-6 Uhr
120
Ausland
Drucksachen
 
Ab 1.7.1954
Bis 50 g
10
Für jede weitere 50 g
10
Postkarten
Postkarten
20
Briefe
Bis 20 g
40
Je weitere 20 g
20
Einschreiben
Gebühr
50

Postgeschichtliches aus den fünfziger Jahren

Auch in den fünfziger Jahren war die Landkraftpost noch aktiv, wie der folgende Fahrplan belegt:

Fahrplan der Landkraftpost vom 01.08.1954

Postkarte - als Ganzsache - vom 7.2.1950; im Stempel steht nun "(22a) Kamp-Lintfort 1"; obwohl es schon die Bundesrepublik gab, wurden noch alte Marken aus der Besatzungszeit aufgebraucht; da die Ganzsache für den Ortsverkehr galt, wurden 2 Pf für den Fernverkehr dazugeklebt; außerdem die von 1.12.1948 bis 1.4.1956 obligatorische "Notopfer Berlin"-Marke

Bedarfsgerecht frankiertes Einschreiben im Fernverkehr mit Stempelbuchstabe "h" vom 11.3.1955; zu beachten ist hier der weitere Abstand der Postgebietsleitzahl vom Ortsnamen

Zu den Aufgaben der Deutschen Bundespost gehörte nicht nur die Postbeförderung, sondern auch das Fernmeldewesen, wie der folgende Beleg zeigt. Fernmeldeämter unterstanden den Oberpostdirektionen. Sie erstellten die Rechnungen, bestehend aus einem Umschlag und Belegen über einzelne Gespräche mit Datum, Rufnummer, Ort, Uhrzeit, Gesprächsdauer und Gebühr. Der Teilnehmer mußte den Rechnungsbetrag beim Postamt einzahlen. Dies wurde dann mit dem Tagesstempel und Unterschrift quittiert.

Fernmelderechnung vom Januar 1955

Absenderfreistempel werden besonders von Firmen und Behörden mit großem Postaufkommen verwendet. Die Freistempel werden mit besonderen Geräten aufgebracht, wobei der Portobetrag einstellbar ist und die Abrechnung mit der Post über ein Zählwerk erfolgt.

Absenderfreistempel der Zeche Friedrich Heinrich vom 10.4.1954

Absenderfreistempel der Stadtsparkasse vom 13.1.1955

Fälschungen von Postwertzeichen gab es zu allen Zeiten. Dreist ist es aber, die Abbildung einer Briefmarke auf einen Brief zu kleben. Dumm ist es, daß der zuständige Postbeamte dieses Bild dann auch noch abstempelt.

Die folgende Marke erschien am 10. August 1955 und die Gültigkeitsdauer ging bis zum 31.12.1956. Ausgabeanlaß war der 1.000ste Jahrestag der Schlacht auf dem Lechfeld.

marke-minr-216.jpg

Michel-Nr. 216 von 1955

Briefmarke falsch, Stempel echt: die Abbildung hat ca. das 1,5-fache Größe des Originals

Im Jahre 1955 übergab Tillmann Grotwinkel, der seit 1937 tätig war, die Poststelle in Hoerstgen an seinen Sohn Heinrich Grotwinkel, der seit dem 27. August 1931 als Posthelfer tätig war. Heinrich Grotwinkel führt die Poststelle bis zu seiner Pensionierung am 31. Januar 1976.

Die Einrichtung einer Annahmenebenstelle im Wiesenbruch im Oktober 1957

Bevor die Postfiliale Kamp-Lintfort 5 auf der Wiesenbruchstraße 35 im Ortsteil Niersenbruch eröffnet wurde, bestand bereits ab dem 16. Oktober 1957 eine Poststelle auf der Wiesenbruchstraße Nr. 45. Dort besaß Herr Adolf Grammel ein Friseurgeschäft, während seine Ehefrau im Nebenraum diese Poststelle leitete.

Somit konnten dort Postwertzeichen, Angestellten- und Invalidenmarken gekauft und eingeschriebene Briefsendungen und Pakete eingeliefert werden. Außerdem wurden Ein- und Auszahlungen im Postsparkassendienst getätigt und Telegramme entgegen genommen. Eine öffentliche Fernsprechstelle gab es zuerst noch nicht. Der Einzugsbereich umfaßte ca. 2.000 Bewohner in diesem Ortsteil.

Aufgegebene Sendungen wurden mit dem Nebenstempel "(22a) Kamp-Lintfort 1A" versehen, das Wertzeichen dann auf dem Hauptpostamt mit dem Tagesstempel entwertet.

Durch die Eröffnung der "Poststelle 1, Kamp-Lintfort 5" erübrigte sich dann diese Posthilfsstelle. Die Poststelle im Niersenbruch wurde am 01.09.1963 in Betrieb genommen.

Bericht in der WAZ vom 05.10.1957 über die Annahmestelle beim Friseurmeister Grammel im Niesenbruch

Einschreiben vom 13.4.1959, versehen mit dem Nebenstempel "(22a) Kamp-Lintfort 1A", abgestempelt mit dem Stempel "m" der Hauptpoststelle "Kamp-Lintfort 1"
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