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- Bundesrepublik Deutschland -
Letzte Aktualisierung dieser Seite: 07.09.2010
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Einführung Deutsche Bundespost Die Aufbauphase Die Konsolidierungsphase Die Berliner Republik Deutsche Post AG Das Euro-Zeitalter Der Weg aus der Krise - Schwarz-gelb nach unten

Einführung

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Die Bundesrepublik Deutschland ist ein in Mitteleuropa gelegener Bundesstaat, der aus den sechzehn deutschen Ländern gebildet wird. Bundeshauptstadt ist Berlin. Die Bundesrepublik Deutschland ist Gründungsmitglied der Europäischen Union und mit über 82 Mio. Einwohnern deren bevölkerungsreichster Staat, ferner unter anderem Mitglied der Vereinten Nationen, der OECD, der NATO, der OSZE und der Gruppe der Acht (G8). Gemessen am Bruttoinlandsprodukt ist Deutschland die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt.

Amtssprache; Deutsch Regionale Amtssprachen: Dänisch, Friesisch, Sorbisch
Hauptstadt: Berlin
Staatsform: Parlamentarische Republik
Regierungsform: Parlamentarische Demokratie
Fläche: 357.092 qkm
Einwohnerzahl: 82,438 Mio. (Juli 2007)
Bevölkerungsdichte: 230 Einwohner pro qkm
BIP Total: 3.045 Mrd. US-Dollar
BIP/Einw.: 36.975 US-Dollar
Währung: Euro (1 € = 100 ct)
Gründung: 23.05.1949
Nationalfeiertag: 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit)
Zeitzone: UTC+1 MEZ, UTC+2 MESZ (März bis Oktober)

Die erste Briefmarke der Bundesrepublik Deutschland erschien am 07.09.1949. Es sind fünf Wasserzeichen bekannt. Die offizielle Bezeichnung der Post lautet Deutsche Post AG.

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Deutsche Bundespost

- Einführung -

Inschrift auf Marken der Bundesrepublik Deutschland und offizielle Bezeichnung der Postverwaltung in der Bundesrepublik Deutschland bis zur Privatisierung als Deutsche Post Worldwide Net AG. Erstmals gab es die Inschrift auf den beiden Johann-Sebastian-Bach-Marken von 1950. Letzmalig wurde die Inschrift auf der Marke "Grundgedanken der Demokratie - Freie Meinungsäußerung" vom 06.04.1995 verwendet. Seitdem steht auf den Marken das Wort "Deutschland".

Die Deutsche Bundespost (DBP) war ein 1947 eingerichtetes, nicht rechtsfähiges Sondervermögen. Sie war der zweitgrößte Arbeitgeber in Westdeutschland. 1947 wurde sie als Nachfolgerin der Deutschen Reichspost unter der Bezeichnung "Deutsche Post" gegründet. 1950 wurde der Name in "Deutsche Bundespost" abgeändert und bis 1989 war sie eine Behörde. Ab 1989 wurden durch die Postreform I ver-schiedene Änderungen im Behördenaufbau, im Aufgabenbereich und in der Wirtschaftsführung vorgenommen.

Rechtsgrundlage für die administrative Tätigkeit der deutschen Bundespost war das Postverwaltungsgesetz (PostVwG). Weitere Vorschriften waren das Postgesetz, das Fernmeldeanlagengesetz und verschiedene Verordnungen, die auf Grund des Postverwaltungsgesetzes erlassen wurden (z. B. Postgebührenordnung, Postordnung, Telegrammordnung, Fernmeldeordnung usw.).

Die Deutsche Bundespost war zuständig für Briefdienst, Paketdienst, Postzeitungsdienst, Postrentendienst, Postreisedienst, Postscheckdienst (später Postgirodienst), Postsparkassendienst, Fernmeldedienst, Telegrafen-/Telegrammdienst, Datendienste, Betrieb von Rundfunksendeanlagen (mit Ausnahme der Sender des 1. Programmes), Aufbau und Betrieb des Kabelfernsehnetzes und eigene Nachrichten- und Fernsehsatelliten (auch zur Programmzuführung zu den Kabelnetzen). Der Postreisedienst (Kraftpost) wurde im Laufe der mit Diensten der Deutschen Bundesbahn verschmolzen. Vor Gründung der GEZ nahm die Post auch die Vereinnahmung der Rundfunkgebühren vor.

Die Bundespost war nach dem in der deutschen Bundesverwaltung üblichen Drei-Stufen-Prinzip aufge-baut. Die obere Stufe bildete das Bundesministerium für das Post und Telekommunikation, die mittlere Stufe bestand aus Oberpostdirektionen einschließlich der gleichgestellten zentralen Mittelbehörden Posttechnisches Zentralamt (PTZ), Fernmeldetechnisches Zentralamt (FTZ) (beide Sitz in Darmstadt), Sozialamt der Deutschen Bundespost (Sitz in Stuttgart) und Postsparkassenämter (Sitz in Hamburg und München), die untere Stufe waren Postämter, Postscheckämter (später umbenannt in Postgiroämter) und Fernmeldeämter.

Außerdem gab es für technische Aufgaben noch weitere Ämter wie z. B. die Fernmeldezeugämter, die für die Instandsetzung von allen Geräten die mit dem Fernmeldewesen zu tun hatten (Telefonzellen, Telefone, Vermittlungsgeräte usw.), zuständig waren. Anstelle einer Oberpostdirektion war in Berlin die Landespostdirektion eingerichtet, die auch Briefmarken verausgabte.

An dem Organisationsaufbau der ehemaligen Deutschen Reichspost wurde nichts geändert. Auf der unteren Ebene gab die Postämter, Zweigpostämter, Poststellen I und II und Posthilfsstellen und als Sonderämter die Postscheckämter, Postsparkassenämter (seit dem 01.01.1939) und die Werkstätten der Post.

Am 01.01.1959 wurden die "Richtlinien über die Organisation der Postämter" vom Bundesministerium erlassen. In den 1990er Jahren wurde dann noch das Zentralamt für Mobilfunk (ZfM) eingerichtet. Ferner gab es noch das Zentralamt für Zulassungen im Fernmeldewesen (ZZF, Sitz in Saarbrücken), das im September 1992 im Bundesamt für Zulassungen in der Telekommunikation aufging und die Fachhochschule der Deutschen Bundespost in Berlin und Dieburg. Daneben verfügte die Deutsche Bundespost über den Fernmeldenotdienst und weitere Einheiten des Behördenselbstschutzes. Der Behördenselbstschutz war mit einer Art Werksfeuerwehr zu vergleichen.

Das Bundesministerium für Post und Telekommunikation blieb für die hoheitlichen Aufgaben im Postwesen und bei der Telekommunikation zuständig. Nach der Auflösung des Ministeriums übernahm ab dem 01.01.1998 die zunächst unter dem Namen Bundesamt für Post und Telekommunikation (BAPT) ge-schaffene Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post die Aufgaben der Mittelbehörden.

Die Geschäftsbereiche wurden im Rahmen der Postreform II 1994 privatisiert und es entstanden die Deutsche Post AG, die Deutsche Telekom AG und die Deutsche Postbank AG.

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Die Aufbauphase (1949 bis 1969)

- Einführung -

Die ersten beiden Dekaden in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind geprägt vom Wiederaufbau (der Zeit des "Wirtschaftswunders") und der Westintegration, die einherging mit dem Ost-West-Konflikt. Geprägt wurde die frühe "Bonner Republik" durch Konrad Adenauer (1. Bundeskanzler von 1949 bis 1963), Theodor Heuss (1. Bundespräsident von 1949 bis 1959), Kurt Schumacher (Oppositionsführer im Dt. Bundestag) und Ludwig Erhard, dem "Vater des Wirtschaftswunders".

brd_116stephan.jpgPolitisch ging es zunächst darum, die Folgen des 2. Weltkrieges zu überwinden, 12 Millionen Flüchtlinge zu integrieren, die Kriegsgefangenen zurückzuholen und die volle staatliche Souveränität zu erlangen. Die Chance sah man in einer möglichst engen Einbindung in die westliche Staatengemeinschaft. 1955 wurde Deutschland in die NATO aufgenommen und war 1957 Gründungsmitglied der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, dem Vorläufer der heutigen Europäischen Union. Gleichzeitig bemühte man sich um Ausgleich mit Frankreich: ein Meilenstein war der Dt.-Frz. Vertrag von 1963. Im selben Jahr folgte Ludwig Erhard Adenauer als Kanzler, danach gab es eine große Koalition unter Georg Kiesinger, die 1969 von einer sozialliberalen Koalition unter Willy Brandt abgelöst wurde.

Seit den frühen Tagen des neuen Staates ist es "Tradition", daß nur der Bundespräsident als lebende Persönlichkeit auf Briefmarken abgebildet wird. Die Themen der ersten 20 Jahre waren bewußt politisch unverfänglich. Immer wiederkehrende Motive waren z. B. die alljährlich erscheinenden Wohlfahrts- und Jugendmarken, sowie Geburts- und Todestage bedeutender Persönlichkeiten. Auch den politischen Wandel gegen Ende der 60er Jahre findet man auf den Briefmarken höchstens indirekt wieder, als Gustav Heinemann 1969 Nachfolger von Heinrich Lübke im Amt des Bundespräsidenten wurde.

- Die Fünfziger Jahre -

Die ersten Briefmarken erschienen zur Eröffnung des 1. Deutschen Bundestages und erinnern in gewisser Weise an die Weimarer Nationalversammlung: nicht die Demokratie als solche, sondern Aufbruch und Wiederaufbau wurden thematisiert.

brd_121bach.jpgÜberhaupt sind die Themen der frühen Jahre denen der Zeit nach dem 1. Weltkrieg ähnlich, da man sich auch hier auf das Thema Kultur besinnt, wie sich dies in den Ausgaben "200. Todestag von Johann Sebastian Bach" (1950) und den Wohlfahrtsausgaben "Helfer des Menschheit" (1949, 1951, 1952, 1953, 1954 und 1955) zeigt. Auch die Themen "100 Jahre Dt. Briefmarken" und "75 Jahre Weltpostverein" waren unverfängliche Themen.

brd_147roentgen.jpgBei der Auswahl von Personen und Jubiläen für Sondermarken zwischen 1951 und 1953 bezog man sich auf neutrale Themen aus Technik und Wissenschaft ("Wilhelm Röntgen", "Entwicklung des Ottomotors", Erfindung des Telefons durch "Philipp Reis" oder "Justus Liebig"). In diesen Rahmen paßt auch die Ausgabe "Deutsche Verkehrsausstellung München" (1953). Andererseits griff man Themen wie "100. Jahrestag der Landung von Carl Schurz in Amerika" und "100. Geburtstag von Leonardo da Vinci" auf. Lediglich Ausgaben wie "700 Jahre Marienkirche Lübeck" (1951; die Kirche war im 2. Weltkrieg stark zerstört worden), "Rückgabe der Insel Helgoland" (1952; die Insel war nach dem 2. Weltkrieg von den britischen Besatzern als Bombenabwurfziel genutzt worden) und "Deutsche Kriegsgefangene" (1953) waren politisch geprägt.

brd_130posthorn.jpgbrd_183heuss.jpgBei der ersten Dauermarkenserie wählte man ein Postsymbol zurück und zeigte das "Posthorn". Erst 1954 zeigte man mit der zweiten Dauermarkenserie "Theodor Heuß" und den Folgeausgaben erstmals einen Politiker der noch jungen Republik. Einher ging die Integration in das westliche Bündnis: 1952 wurde die BRD Mitglied der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft EVG, 1954 Mitglied des Nordatlantischen Verteidigungspaktes NATO und 1957 war die BRD eines der sechs Gründungsmitglieder der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft.

Den Anschluß an den Westen zeigen u. a. die Ausgaben "Deutsche Lufthansa" und "10 Jahre UNO" (1955) und ab 1956 gibt es jedes Jahr Europa-Marken. Die Verankerung der Demokratie verdeutlichen in der zweiten Hälfte der Fünfziger Jahre die Ausgaben zu kirchlichen Themen (z. B. 1956: "800 Jahre Abteikirche Maria Laach", "Kriegsgräberfürsorge") und Natuchutz (z. B. 1957 "Naturschutz" und 1958 "Waldbrandverhütung"). Aber es gab auch erste Anzeichen für eine Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit, wie die Ausgaben "1. Todestag von Thomas Mann" (1956) und "1. Todestag von Dr. Leo Baeck" (1957) belegen. Ende der Fünfziger Jahre erschien auch der legendäre "Komponisten"-Block, der mit zu den schönsten deutschen Blocks gezählt wird.

- Die Sechziger Jahre -

Die Dauermarkenserie "Bedeutende Deutsche" (1961) mischt die Themen Wissenschaft, Kultur und Religion. Es werden sowohl Persönlichkeiten aus West-, als auch aus Ostdeutschen Regionen abgebildet. Auch bei den beiden Ausgaben "Deutsche Bauwerke aus zwölf Jahrhunderten" werden Motive berücksichtigt, die in der sog. "DDR" lagen.

brd_328melanchton.jpgDie Marken der Sechziger Jahre haben als Besonderheit, daß es hauptsächlich Jubiläen sind, die philatelistisch gewürdigt werden. Bei den Wohlfahrtsmarken stehen die Märchen der Gebrüder Grimm im Vordergrund, die den Kampf zwischen Gut und Böse thematisieren. Die Wohlfahrtsmarken verdeutlichen somit den Kampf für mehr soziale Gerechtigkeit, wobei das Gute letztendlich den Sieg davonträgt.

brd_374ketteler.jpgAuch Ereignisse der beiden großen christlichen Konfessionen wurden auf Briefmarken gewürdigt: wie schon in den Fünfzigern sind die Kirchentage ein immer wiederkehrendes Thema, aber auch der "400. Todestag von Melanchton" (1960), der "150. Geburtstag von Wilhelm Emmanuel Freiherr von Ketteler" (1961), "100. Todestag von Adolf Kolping" (1965), "20. Todestag von Kardinal Clemens August Graf Galen" (1966), "100. Geburtstag von Nathan Söderblom" (1966) sind Anlässe für die Ausgabe von Sondermarken. Regelmäßig erscheinen auch Marken für "Miserior", "Adveniat" und "Brot für die Welt".

Den föderalen Charakter des Staates verdeutlicht die Serie "Hauptstädte der Länder der Bundesrepublik Deutschland". Die Serie zeigt, daß diese politische Ordnung mittlerweile eine Selbstverständlichkeit im Bewußtsein geworden war. Auffällig im Gegensatz zu Weimar ist auch, daß man nicht die Wappen, sondern Wahrzeichen als Themen wählte. 1966 erscheint eine Rollenmarken-Dauerserie "Brandenburger Tor" mit nur fünf Marken.

Der Sport spielt auf den Marken eine immer größere Rolle, was auch auf die Verbreitung des Fernsehens zurückzuführen ist. Zu den Olympiaden in Rom (1960), Tokio (1964) und Mexiko (1968) erscheinen Sondermarken.

brd_334olympia64.jpgParallel zu den Wohlfahrtsmarken hat die Verausgabung von Jugendmarken Tradition. In den Sechziger Jahren stehen Tiere (z. B. 1963 "Einheimische Vögel" und 1964 "Fische") im Vordergrund. Den wirtschaftlichen Aufschwung jener Zeit belegt die Ausgabe "Internationale Verkehrsausstellung in München" (1969).

Aber es gibt auch politische Ausgaben, wie z. B. "1. Todestag von George C. Marshall" (1960), "100. Todestag von Ferdinand Lasalle" (1964), die Blocks "20. Jahrestag des Attentats auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944" (1964) und "1. Todestag von Dr. Konrad Adenauer" (1968).

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Die Konsolidierungsphase (1969 bis 1989)

- Einführung -

brd_635heinemann.jpgNach der Westintegration folgte in den 70er Jahren die Phase der Normalierung der Ostbeziehungen. Mit der Sowjetunion (12.8.1970), Polen (7.12.1970), der DDR (21.12.1972) und der Tschechoslowakei (11.12.1973) wurden Verträge geschlossen. Die BRD und die DDR wurden beide als Mitglieder in die Vereinten Nationen aufgenommen. Der Nachfolger Willy Brandts, Helmut Schmidt und der frz. Staatspräsident Giscard d´Estaing schufen das EWS, das Europäische Währungssystem.

1980 kündigte sich ein erneuter politischer Wechsel an, als Karl Carstens Bundespräsident wurde und 1982 zerbrach die sozialliberale Koalition. Helmut Kohl wurde Bundeskanzler einer christlichliberalen Koalition und sollte zum "Vater der Wiedervereinigung" werden.

brd_694unfall.jpgBei den Markeneditionen der 70er und 80er Jahre zog sich die Beschäftigung mit der Demokratie und ihren Institutionen wie ein roter Faden durch die Sondermarkenausgaben. So erschien 1974 ein Block "25 Jahre Bundesrepublik Deutschland", 1981 erschien eine Serie "Grundgedanken der Demokratie", 1982 ein Block mit den Porträts der bisherigen Bundespräsidenten und 1986 ein Block mit bedeutenden Gebäuden der Geschichte der Bundesrepublik.

- Die Siebziger Jahre -

brd/brd_846iut.jpgDie Siebziger Jahre bis zum Beginn der Ära Kohl wurden durch die sozialliberale Koalition geprägt, die mit einem politischen Bewußtseinswandel einherging. 1970 wurde Dr. Gustav Heinemann die erste sozialdemokratische Bundespräsident. Als dritter Bundespräsident erhielt er eine eigene Dauermarkenausgabe - ein Privileg, auf das Lübke verzichtet hatte (mit seinem Porträt erschien 1964 nur eine zweiteilige Sonderserie). Die Rollenmarkenserie von 1971 rückte die "Unfallverhütung" am Arbeitsplatz in das Bewußtsein und war ein Novum für die thematische Gestaltung einer Dauermarkenserie.

Die frühen Siebziger wurden sportlich durch die Olympiade in München 1972 überragt, die auch auf Briefmarken mehrfach thematisiert wurde. Schon 1969 erschien eine erste Sondermarkenserie und 1970 folgte eine weitere Ausgabe. Die Ausgabe von 1971 erschien außerdem als Block Nr. 6. 1972 gab es ein Sondermarkenheftchen, das ebenfalls als Block Nr. 8 verausgabt wurde. Ein besonderer philatelistischer "Leckerbissen" ist allerdings der Block Nr. 7, der das Olympia-Gelände zeigt und bis heute vielleicht die schönste bundesdeutsche Blockausgabe ist. Da alle Ausgaben mit einem Zuschlag versehen waren, trugen die Philatelisten nicht unerheblich zur Finanzierung des Ereignisses bei!

brd_610weihnacht.jpgSeit 1969 erscheinen auch jedes Jahr Weihnachtsausgaben. Die ersten Ausgaben konzentrierten sich auf volkstümliche Impressionen. Erst später bekamen die Motive eine strengere religiöse Prägung, hingegen nahmen die sonstigen christlichen Themen an Bedeutung ab.

Ansonsten hielten neue Themen Einzug: 1973 erschien eine Serie "Umweltschutz", 1974 gab es eine Sondermarke zur "Rehabilitation Behinderter" und 1975 erschien erstmals eine Marke "Kampf dem Drogenmißbrauch". Ebenfalls 1974 und 1975 erschienen Ausgaben "Bedeutende Deutsche Frauen" und auch die Technik durfte nicht fehlen, wie die Jugendmarken 1975 "Lokomotiven" und die neue Dauermarkenserie "Industrie und Technik" zeigen.

brd_913bus.jpg1974 startete die erste Ausgabe der Serie "Deutscher Expressionismus", der Serien über den "Impressionismus" (ab 1978) folgten. Spätestens Mitte der Siebziger Jahre erreichte die Briefmarkengestaltung der Ausgaben der Deutschen Bundespost die Vielfältigkeit, die bereits seit den Sechzigern bzgl. Ausgabeanlässe und Motive sich abzeichnete. Auch das Markenformat änderte sich und wurde (besonders bei Marken mit Kunstmotiven) größer. Ein unangenehmer Nebeneffekt war aber, daß immer mehr Marken pro Jahr verausgabt wurden, je mehr sich (nicht nur in Deutschland) die staatlichen Postbehörden zu Logistikunternehmen wandelten. Ein Beispiel ist u.a. auch die Dauermarkenserie "Burgen und Schlösser", die 1977 startete und von der es nur nur drei Varianten (Fluor, Cartax und Letterset) gab, sondern auch weit über 100 Markenheftchen mit verschiedenen Deckelvarianten!

- Die Achtziger Jahre -

brd_1194gemeinden.jpgIn den Achtziger Jahren spielte die Darstellung der Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland eine wichtige Rolle, wie die Ausgabe "Grundgedanken der Demokratie" (1981 "Volkssouveränität", 1983 "Bund, Länder und Gemeinden" und 1985 "30 Jahre Bundeswehr") belegt. Gesellschaftlichen Konsens zeigen die Marken "Energie sparen" (1982), "Anti-Raucher-Kampagne" (1984), "Volkszählung" und "Naturschutz" (1987).

brd_1266bundeswehr.jpgAuffällig ist auch das Fehlen der internationalen Themen. Während der Tod von Präsident Kennedy, von Papst Johnnes XXVIII. oder Gandhis Geburtstag und Olympiaden im Ausland noch eine Ausgabe Wert waren, wurden immer weniger internationale Themen berücksichtigt. Den Grundsatz, außer den Bundespräsidenten keine lebenden Personen der Zeitgeschichte auf Briefmarken darzustellen, umging man nur 1988, als die Jugendmarken "Idole der Rock- und Popmusik" zeigten. Aber die Musiker auf dieser Ausgabe waren auch schon vor einigen Jahren verstorben, so daß man nicht ganz von dem ungeschriebenen Grundsatz abwich.

brd_1421brd.jpgDas Jahr 1989 war der letzte Jahrgang mit rein bundesdeutschen Marken: ein Jahr vor der Wiedervereinigung wurden Themen wie "40 Jahre Bundesrepublik Deutschland" und "40 Jahre Europarat" aufgegriffen. Anfang 1990 erschien die Gemeinschaftsausgabe "500 Jahre internationale Postverbindungen", die als die erste und letzte Gemeinschaftsausgabe von BRD, Berlin und DDR sein sollte. Die Öffnung der Grenzen im November 1989 und die deutsch-deutsche Vereinigung am 3. Oktober 1990 bestimmten das Ausgabejahr 1990.

brd_1304dtfrauen.jpgbrd_1339sehenswuerdigkeit.jpg1986 erschien eine neue Dauermarkenserie "Frauen der Deutschen Geschichte" und 1987 die Rollenmarkenserie "Sehenswürdigkeiten", die beide (zunächst - in der Übergangsphase - in Doppelwährung und ab 2002 nur noch in "Euro") sogar das DM-Zeitalter überlebten.

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Die Berliner Republik (1990 bis 2001)

- Einführung -

brd_1478einheit.jpgDie tiefgreifenden Veränderungen in der Sowjetunion führten schließlich zur deutschen Wiedervereinigung. Nicht nur die politischen Ereignisse, sondern auch der Wille der Bürger gaben den Ausschlag. Die Länder im kommunistischen Machtbereich und besonders die Deutschen in Ost und West setzten große Hoffnungen auf Michail Gorbatschow. Als er im Sommer 1989 die Bundesrepublik Deutschland besuchte, wurde er begeistert gefeiert. Seine Teilnahme am 40. Gründungstag der DDR im Herbst 1989 war zugleich der letzte öffentliche Auftritt von Erich Honnecker.

Die 2+4-Verhandlungen der beiden deutschen Staaten mit den ehemaligen Alliierten des 2. Weltkrieges legten den Grundstein für die Wiedervereinigung Deutschlands. In der DDR kam es zu friedlichen Demonstrationen und letztendlich übernahm die Ost-CDU unter Lothar de Maziére die politische Führung und löste die SED als (einzig) staatstragende Partei ab.

- Die Neunziger Jahre -

brd_1463burschenschaft.jpgIm Unterschied zu den Marken der DDR zeigen die Ausgaben der BRD bis zur Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 keinerlei Veränderung in der Motivwahl und des Ausgabeanlässen, wie dies z. B. auch der Block anläßlich der "IBA-Ausstellung" für die Jugend in Düsseldorf belegt. Zur Wiedervereinigung erschienen im Oktober 1990 zwei schlicht gestaltete Marken mit der Inschrift "DEUTSCHE EINHEIT" zu 0,50 DM (Briefporto Ost) und 1,- DM (Briefporto West). Zum 1. Jahrestag der Maueröffnung erschien ein Block mit der Inschrift "1. Jahrestag der Öffnung der innerdeutschen Grenzen und der Berliner Mauer: Friedlicher Aufbruch zur deutschen Einheit".

Das vereinte Deutschland blieb Mitglied der Europäischen Union und der NATO. Da die Bundesrepublik Deutschland ein föderalistischer Staat ist, wurden die neuen Länder der ehemaligen DDR (deren Posthoheit ebenso endete wie das Markenland "Berlin") als Bundesländer integriert.

brd_1505naturschutz.jpgDa die Editionen aller drei Ausgabegebiete für 1991 schon geplant waren, entschied man, eine Synthese bei der Themenauswahl zu treffen. Das Jahr 1991 ist das insgesamt umfangreichste Ausgabejahr der Bundesrepublik Deutschland. Themen der "neuen Länder" wie z. B. die Blockausgabe "Weltmeisterschaft im Bobsport" und "Natur- und Umweltschutz: Pflanzen aus dem Rennsteiggarten, Oberhof" wurden in das Ausgabeprogramm aufgenommen.

Die nunmehr 16 Länder sind ein bedeutsamer Bestandteil der regionalen Identität, die sich z. B. auch auf der Ausgabe "Wappen der Länder der Bundesrepublik Deutschland", die ab 1992 bis 1994 erschien, wiederspiegelt. Die "Wiedervereinigung auf Briefmarken" spiegelt sich auch in der Ausgabe "Bilder aus Deutschland" wieder, die ab 1994 verausgabt wurde.

brd_1874gesetzbuch.jpgNeu ist auch, daß sich politische Gedenktage seit der Wiedervereinigung häufiger auf den Ausgaben finden. So erschienen 1995 zwei Blocks aus Anlaß des "50. Jahrestag der Beendigung des 2. Weltkrieges" und der "Befreiung der Gefangenen aus den Konzentrationslagern". Von der Gestaltung her sind aber gerade diesen beiden Blocks umstritten, da sie nun wirklich nicht zu den schönsten Emissionen gehören. Der wohl "häßlichste" Block ist bestimmt der Block 33 "100 Jahre Deutscher Film" aus dem Jahre 1995.

brd_1897sicherheit.jpgbrd_1990jugend.jpgEine Briefmarke lebt halt nicht nur davon, daß sie von den Philatelisten zwecks Vervollständigung der Sammlung gekauft, sondern auch möglichst von breiten Bevölkerungsschichten - als Sondermarke - zur Frankatur gekauft wird. Ansprechend in ihrer Gestaltung sind z. B. die Ausgaben von 1996 "100 Jahre Bürgerliches Gesetzbuch", 1997 "Mehr Sicherheit für Kinder im Straßenverkehr" und besonders die "Jugendmarken" des Jahres 1998, die "Trickfilmfiguren" zeigen. Eine besonders beliebte Blockausgabe sind die seit 1993 verausgabten Blocks "Für uns Kinder", die bei der alljährlichen "Wahl der Schönsten" immer Spitzenplätze belegen.

Im Jahre 1999 konnte Deutschland auf "150 Jahre Deutsche Briefmarken" (Block Nr. 46) zurückblicken. Nicht nur auf Grund der politischen Verhältnisse seit dem Erscheinen der ersten Marke im Königreich Bayern 1849 ist das Sammelgebiet "Deutschland" sehr vielfältig, es bietet auch für Motivsammler ein breites Betätigungsfeld. So gehören z. B. auch Naturlandschaftsblock wie der 2000 erschienene Block "Nationalpark Hainich" zu den schönsten ihrer Art! Mit der Michel-Nr. 2155 "100. Geburtstag Arnold Bode" (der letzten Ausgabe des Jahres 2000) endete das "DM-Zeitalter".

- Der Übergang von der "DM" auf den "Euro" -

brd_2113europa.jpgSchon im Jahre 2000 erschienen im Mai mit den Michel-Nr. 2113 / 2114 ("Europa-Marken"; die 2. Marke ist selbstklebend und stammt aus MH-Nr. 41) die ersten Sondermarken in Doppelnominale "DM" und "Euro" und die Marken aus 2001 trugen alle die doppelte Währungsbezeichnung. Während die "DM"-Marken noch bis Ende Juni 2003 umgetauscht werden konnten, sind die Marken in beiden Währungen auch weiterhin unbegrenzt frankaturgültig!

brd_2155bode.jpgIm September 2000 erschienen drei Ergänzungswerte der Dauermarkenserie "Sehenswürdigkeiten" und im November 2000 zwei Ergänzungswerte der Dauermarkenserie "Frauen der deutschen Geschichte" mit doppelter Nominale in "DM" und "EURO". Von der Rollemarkenserie "Sehenswürdigkeiten" wurden dreizehn und von der "Frauen"-Serie vier Werte mit beiden Nominalen verausgabt. Die letzte "DM"-Marke war die Ausgabe "100 Geburtstag Arnold Bode" vom 9. November 2000.

Das Jahr 2001 brachte insofern eine Neuheit in der Geschichte der deutschen Briefmarken, als die Weihnachtsmarken nicht als Einzelmarken, sondern als Zusammendruck im Block erschienen: dies wäre ja eigentlich nicht sonderlich erwähnenswert, wenn nicht - neben den beiden deutschen Marken - auch die Marken des diesjährigen Partnerlandes Spaniens auf dem Block enthalten wären. Frankaturgültig waren natürlich nur die Einzelmarken bzw. der Block bis zur Höhe der deutschen Nominale. Die spanischen Marken sollten nicht abgestempelt werden, was aber trotzdem häufig geschah! In Spanien gab es genau den gleichen Block.

Weitere Neuheiten waren, daß erstmals eine selbstklebende Marke nicht auf einer 100er Rolle, sondern als sogenanntes "Maxi-Set" mit zwanzig Briefmarken ("Linde zu Himmelsberg") verausgabt wurde diese Maxi-Sets zählen offiziell nicht als Markenheftchen und werden deshalb auch nicht im Abo geliefert), und auch die Wohlfahrtsmarken erschienen in diesem Jahr als Sondermarkenheftchen im Großformat.

Ab 2002 lautet die Nominale der deutschen Briefmarken nur noch auf "EURO" und ab 1. Juli 2002 sind Marken, die ausschließlich auf "DM" lauten, ungültig. Wie die Zeit der Wiedervereinigung, als Marken aller drei deutschen Nachkriegsgebiete zusammen frankiert werden konnten, bot auch die Zeit des Übergangs interessante Möglichkeiten für Mischfrankaturen, die in einigen Jahren vielleicht schon gesuchte Dokumente der Zeitgeschichte sein werden?

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Deutsche Post AG

Bezeichnung für die Post der Bundesrepublik Deutschland ab 1995. Die "Deutsche Post AG" ging aus der Um-wandlung der Deutschen Bundespost von einer staatlichen Einrichtung in eine (teil-)privatisierte Organisation im Jahre 1995 hervor und ist für den Brief- und Frachtpostbereich der ehemaligen Bundesorganisation zuständig. Daneben wurden die Deutsche Postbank AG und die Deutsche Telekom AG gegründet.

Die "Deutsche Post AG" mit Sitz in Bonn zählt zu den größten Logistikunternehmen und Postunternehmen weltweit. Der volle Name lautet "Deutsche Post World Net AG". Seit 2000 wird das Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse im DAX geführt. Das Bundesministerium für Post und Telekommunikation blieb zunächst weiterhin für das Postwesen zuständig. Später übernahm die neu geschaffene Regulierungsbehörde für Telekommuikation und Post (Reg TP) die Aufgaben der Mittelbehörden. Das Unternehmen wurde seit 1990 bis 2008 von dem aus Kamp-Lintfort am Niederrhein stammenden Klaus Zumwinkel geführt. Er bot am 15.02.2008 nach großem öffentlichen Druck seinen Rücktritt an, nachdem kurz zuvor Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung gegen ihn öffentlich wurden.

Postaktien wurden erstmals am 20.11.2000 auf dem organisierten Kapitalmarkt gehandelt. Dabei konnte ein Emissionserlös von 6,6 Mrd. Euro erzielt werden. Im selben Jahr wurde außerdem der Grundstein des Bonner Post Towers gelegt, der seit 2002 als Konzernzentrale dient. Heute hält die KfW Bankengruppe (früher: Kreditanstalt für Wiederaufbau) noch 30,5 Prozent der Aktien, die restlichen 69,5 Prozent be-finden sich in Streubesitz.

Das Postgesetz hatte der Deutschen Post AG bis zum 31.12.2007 eine Reihe von befristeten Exklusivrechten zugestanden, es wurden aber dafür Universaldienstleistungspflichten verlangt. Seit dem 01.01.2008 hat die Post keine Exklusivlizenzen mehr, auf dem deutschen Postmarkt herrscht seitdem theoretisch ein freier Wettbewerb. Die vollständige Liberalisierung des Postmarktes in Europa wird zum 01.01.2011 erfolgen. Das Unternehmen arbeitet daher daran, den Auslandsanteil am Umsatz deutlich zu steigern.

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Das Euro-Zeitalter

- "Euroland" Deutschland -

Das neue Jahrtausend brachte nach der Wiedervereinigung Deutschlands ein weiteres, für Deutschland bedeutendes Ereignis: ab dem 1. Januar 2002 ist der "EURO" die Gemeinschaftswährung von 12 EU-Mitgliedsstaaten, von Andorra, Monaco, San Marino und dem Vatikan. Auch im Kosovo gilt er als alleinige, offizielle Währung.

brd_2160vdk.jpgbrd_euro.gifDie erste Sondermarke, die nur mit der Wertbezeichnung "EURO" erschien, war die Ausgabe "Sozialverband VdK" (Michel-Nr. 2160 vom 11. Januar 2002) und zur Begrüßung der neuen Währung erschien eine Marke mit dem EURO-Zeichen.

In 2002 und 2003 wurden einige neue Marken der beiden Dauermarkenserien "Sehenswürdigkeiten" (zu denen es auch ein selbstklebendes Markenheftchen gab) und "Frauen der Deutschen Geschichte" veröffentlicht. An Besonderheiten für diese beiden Jahre sind die Sportmarken 2002 zu nennen, die in einem Sondermarkenheftchen als Viererblock erschienen, und die Jugendmarken 2003, die als Block verausgabt wurden.

brd_2242.jpgbrd_2248.jpgWeitere wichtige Ausgaben des Jahres 2002 waren "100 Jahre Berliner U-Bahnen", "50 Jahre Baden-Württemberg", "50 Jahre Bundesanstalt für Arbeit", "500 Jahre Universität Halle-Wittenberg", "Bedrohte Tierarten", "Freiwillige Feuerwehr", "Hochwasserhilfe" und "50 Jahre Deutsches Fernsehen".

brd_2308.jpgFür 2003 sind außerdem die Ausgaben "Kulturstiftung", "40 Jahre Dt.-Frz. Vertrag", "Jahr der Bibel", der Block Nr. 61 "Berühmte Knabenchöre", "Kölner Dom", "100 Jahre Deutsches Museum", "50 Jahre Deutscher Kinderschutzbund", "50 Jahre Deutsche Welle", "100 Jahre ADAC", "50 Jahre Volksaufstand in der DDR" und "10 Jahre fünfstellige Postleitzahlen" zu nennen.

Im Jahre 2003 bot die Dt. Post AG auch ein neues System an, bestehend aus "STAMPIT"-PC-Frankiersoftware und "DYMO-LabelWriter"-Hardware. Das Etikett besteht aus einer - elektronisch erzeugten - Briefmarke, dem Portowert und der Adresse. Der Frankiervermerk wird dabei zusammen mit der Adresse gedruckt.

brd_2393.jpgDas Jahr 2004 brachte im Gesundheits- und Sozialbereich brutale Einschnitte, die besonders die Leute mit kleinen Einkommen hart trafen: ab dem 1. Januar sind bei jedem Arztbesuch pro Quartal 10,- Euro "Praxisgebühr" fällig und seit dem 1. April wird auch für die Betriebsrenten der volle Krankenhausbeitrag fällig. Horst Köher trat am 1. Juli das Amt des Bundespräsidenten als Nachfolger von Johannes Rau an.

brd_2428.jpgPhilatelistisch gesehen, gab es im Jahre 2004 die Ausgaben "Bedrohte Tierarten", "EU-Erweiterung", "1,250. Todestag Hl. Bonifatius", die Jugendmarken "Katzen", "Dt.-russ. Jugendbewegung", "50 Jahre Bundessozialgericht" und "Tag der Briefmarke".

- Die Große Koalition (2004-2009) -

brd_2438.jpgNachdem die Rot-Grüne Koalition die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen im September 2005 verloren hatte, machte sich Gerhard Schröder für Neuwahlen im Bund stark und am 22.11. war es dann so weit: Deutschland hatte seine erste Bundeskanzlerin. Dr. Angela Merkel wurde mit 397 Stimmen gewählt, 202 Abgeordnete votierten dagegen Merkel (zwölf Enthaltungen). Bundespräsident Horst Köhler ernannte sie zur Bundeskanzlerin und anschließend legte sie am Nachmittag den Amtseid ab. Gut zwei Monate nach der Bundestagswahl - bei der es zu einem Patt zwischen den beiden Lagern Rot-Grün und Schwarz-Gelb gekommen war - war damit die Regierungsbildung zur 2. Großen Koalition in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland abgeschlossen. Schon am nächsten Tag machte Merkel ihren 1. Besuch (in Paris und in Brüssel bei der NATO und der EU).

brd_2449.jpgFür das Jahr 2005 sind die ersten Marken der Dauermarkenserie "Blumen", "1.200 Jahre Forchheim", "150 Jahre Litfaßsäule", "100 Jahre Berliner Dom", "50 Jahre Bonn-Kopenhagener Erklärung", "50 Jahre Neue Lufthansa", "200. Geburtstag Adalbert Stifter", "100 Jahre Nobelpreis für Robert Koch", "50 Jahre Bundeswehr" und "40 Jahre diplomatische Beziehungen zu Israel" zu erwähnen.

brd_2508.jpgDas Gerangel in der Großen Koalition führte im Jahre 2006 leider nicht zu dem großen Reformschub! Es wurden lediglich kleinere Maßnahmen auf den Weg gebracht, wobei der schmerzlichste Einschnitt für die Bürger die Erhöhung der Mehrwertsteuer um 3 Prozentpunkte auf nun 19 Prozent ab dem 1. Januar 2007 herauskam.

brd_2510.jpgIm Jahre 2006 gab es die Ausgaben "Umweltschutz", "1.200 Jahre Halle", "650 Jahre Goldene Bulle", "650 Jahre Michaeliskirche", "50 Jahre Friesenrat", "225. Geburtstag K. F. Schinkel", Block 67 "Fußball-Weltmeisterschaft" und "Wohlfahrt".

brd_2579.jpgbrd_2580.jpgAm 1. Januar 2007 übernahm Deutschland für ein halbes Jahr von Finnland den Vorsitz der EU-Ratspräsidentschaft. Vom 6. bis 8. Juni fand in Heiligendamm ein G8-Gipfel statt, wobei besonders die Themen Afrika und Klimawandel im Vordergrund standen. In einer gemeinsamen Erklärung hieß es, daß das Thema "Klima" unter dem Dach der UN verfolgt werden und bis 2050 möglichst eine Reduzierung der Treibhausgase um 50 Prozent "erstrebenswert" wäre. Am 21. November 2007 trat Franz Müntefering (SPD) als Vizekanzler und Arbeitsminister der Großen Koalition unter Angela Merkel wegen der schweren Erkrankung seiner Frau von seinen Ämtern zurück. Nachfolger als Vizekanzler wurde Außenminister Peter Steinmeier und neuer Arbeitsminister Olaf Schlz (beide SPD).

brd_2626.jpgIm Jahre 2007 erschienen "1.000 Jahre Bistum Bamberg", "1.000 Jahre Fürth", "50 Jahre Bundesland Saarland", "50 Jahre Wankelmotor", "50 Jahre Römische Verträge", "Post", "80. Geburtstag Papst Benedikt XVI.", "700 Jahre Schloß Moyland", "175 Jahre Hambacher Fest", Block 70 "40 Jahre Deutsche Sporthilfe", "125. Geburtstag Karl Valentin", "100. Geburtstag Paul Klinger", "75 Jahre Saaletalsperre", "50 Jahre Deutsche Bundesbank", "50 Jahre Wissenschaftsrat", "100 Jahre Deutscher Werkbund" und "800. Geburtstag der Hl. Elisabeth".

2008-01-unesco.jpgIm Frühjahr 2008 erschütterte ein Steuerskandal das Land: dem deutschen Bundesnachrichtendienst wurde eine CD mit Daten von Kunden der LGT-Bank angeboten. Prominentester Steuerhitnerzieher war Postchef Dr. Claus Zumwinkel, der von seinem Post zurücktreten mußte. Die Landtagswahlen in Hamburg führten erstmals auf Landesebene zu einer schwarz-grünen Koalition und in Hessen gab es ein Patt. Im September/Oktober kam es zu einer weltweiten Finanzkrise, die auch Deutschland erschütterte und die Bundesregierung legte ein Milliarden-Programm zur Rettung der Banken und der deutschen Wirtschaft auf.

2008-02-eichstaett.jpgDa in Hessen die Abgeordnete Metzger aus Darmstadt die Zusammenarbeit mit der Partei "Die Linken" ablehnte, konnte die SPD-Chefin Ypsilanti sich nicht mit Hilfe dieser Partei zur Ministerpräsidentin wählen lassen. Einen Tag vor einer möglichen Wahl - unter Tolerierung der "Linken" - verweigerten einige SPD-Abgeordneten die Gefolgschaft und zeigten "Zivilcourage". Bei den vier abtrünnigen SPD-Politikern handelte es sich neben dem als Ypsilanti-Rivalen geltenden Walter und der Darmstädter Abgeordneten Dagmar Metzger die ebenfalls zum rechten Flügel zählenden Parlamentarierinnen Carmen Everts und Silke Tesch. Zuvor kam es im Oktober bei den bayrischen Landtagswahlen schon zu einer Revolution gekommen, als die CSU mit 47 Prozent ihre absolute Mehrheit verlor und unter Horst Seehofer eine Koalitionsregierung mit der FDP gebildeet werden mußte.

2008-03-kartellamt.jpg2008-06-drachenfelsbahn.jpgWichtige Markenausgaben im Jahre 2008 waren "Weltkulturerbe der UNESCO", "1.100 Jahre Eichstätt", "50 Jahre Bundeskartellamt", "Grußmarken mit Motiven von James Rizzi", die es auch als Maxiset mit selbstklebenden Marken gab, "Wohlfahrtspflege", "125 Jahre Drachenfelsbahn", der Jugend-Block "Dinosaurier", "Himmelsscheibe von Nebra", "500 Jahre Gallimarkt Leer", "Hans Grade" und "50 Jahre Lebenshilfe".

2009-01a-wohlfahrt.jpgAnfang 2009 wurde auch Deutschland, als stark exportabhängiger Nation, voll von der Weltwirtschaftskrise erfaßt, die - neben dem Maschinen- und Anlagenbau - besonders die Automobilindustrie und den Banksektor sehr traf. Zur Stützung des Bankwesens wurde ein Konjunkturpaket von 110 Mrd. Euro aufgelegt. Auf geteiltes Echo stieß die sog. "Abwrackpränie", wobei beim Neukauf eines Autos 2,500,- Euro gezahlt wurden, wenn ein mindestens neun Jahre altes Auto, das mindestens ein Jahr im Besitz sein mußte, dafür abgewrackt wurde. Da die 1,5 Mrd. schon vor Ostern aufgebraucht wurde, wurde das Budget auf 5 Mrd. Euro aufgestockt. Bei den Banken war besonders die Hypo Real Estate stark betroffen. Um eine Insolvenz zu verhindern, gab der Staat Bürgschaften bis zu 100 Mrd. Euro. Ende März 2009 wurde eigens ein Gesetz eingebracht, um ggf. eine Verstaatlichung mit Enteignung der Aktionäre durchführen zu können.

2009-01b-wohlfahrt.jpgDer Monat Februar 2009 war für die Unionsparteien kein guter Monat, denn zuerst trat der Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) am 07, Februar zurück (Nachfolger wurde der bisherige CSE-Generalsekreät Karl Theodor von und zu Guttenberg) und am 11. Februar trat NRW Bau- und Verkehrsminster Oliver Wittke zurück, als bekannt geworden war, daß er schon zum zweiten Mal seinen Führerschein verloren hatte. Am 3. und 4. April feierte die Nato auf einem von Deutschland und Frankreich gemeinsam ausgerichteten Gipfel ihr 60-jähriges Bestehen, wobei besonders Angela Merkel und ihr französischer Amtskollege Sarkozy sich als charmante Gastgeber profilieren konnten. Der eigentliche Star war aber der neue US-Präsident Barack Obama, der erstmals als amtierender Präsident Europa besuchte und sich für einen EU-Beitritt der Türkei stark machte sowie für eine Welt ohne Atomwaffen warb.

2009-01c-wohlfahrt.jpgAm 23. Mai 2009 feierten die Bundesrepublik und damit auch das Grundgesetz 60-jähriges Bestehen, wozu es einen Festakt am 22. Mai und ein ganztägiges großes Fest im Berliner Tiergarten am 23. Mai gab. Ebenfalls an diesem Samstag wurde Horst Köhler mit der denkbar knappen Mehrheit von 613 von 1223 abgegebenen Stimmen schon in ersten Wahhlgang für eine zweite Amtszeit als Bundespräsident gewählt.

Bei den Landtagswahlen am 30. August 2009 im Saarland, in Sachsen und Sachsen-Anhalt mußte besonders die CDU herbe Verluste hinnhemn, so daß sie in Sachsen erstmals ein Bündnis mit der FDP als Koalitionspartner eingehen mußte.

2009-01d-wohlfahrt.jpgBei den Briefmarken gab es im Jahre 2010 ein Novum, als - anläßlich der IBRA und NAPOSTA in Essen zum "Tag der Marke" die sog. "Eichstätt"-Marke im Zehnerbogen einige Besonderheiten aufwies. So war der Kleinbogen erstmals nummeriert und in einem waagerechten Paar war in der Zähnung ein Eichenblatt als zusätzliches Sicherheitsmerkmal ausgestanzt, so daß es von dieser Marke zwei Varianten gab. Außerdem zu nennen sind die Ausgaben "Wohlfahrt", ...

... wird fortgesetzt!!! ...

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Weg aus der Krise - Schwarz-gelb

- "Euroland" Deutschland -

Bei den Waheln zum Deutschen Bundestag erlitt die CDU nur geringe Verluste, währende die SPD einen tiefen Absturzl erlebte. Profitieieren konnten die kleineren Parteien; so kam die FPD auf fast 15 Prozent und auch Linke und Grüpne wurden erstmals zweistellig. Aber auch ohne Überhangmandate hatten CDU und FDP eine bürgerliche Mehrheit.

Zeitgleich mit der Bundestagswahl wurden auch in Schleswig-Holstein und Brandenburg neue Landtage gewählt. In Schleswig-Holstein wurden Neuwahlen nach Aufkündigung der Großen Koalition notwendig, wo es wegen CDU-Überhangmandaten zu einer Koalition mit der FDP reichte. Entgegen dem Trend konnte die SPD in Brandenburg leicht zulegen. Die DVU schied aus dem Landtag ein u nd Grüne und FDP kamen neu hinein. Zweitstärkste Partei wurde die Linke. Somit ergaben sich in den Ländern folgende Konstellatationen zur Regierungsbildung:
- Saarland: schwarz-gelb-grün
- Brandenburg: rot-rot
- Thrüingen: schwarz-rot
- Sachsen:schwarz.gelb
Ende Oktober wurde für den Bund der schwarz-gelbe Koalitionsvertrag beschlossen und am 27.10.2009 kam der neue Dt. Bundestag zu einer konstituierenden Sitzung zusammen. Angela Merkel wurde mit 323 Stimmen zur Bundeskanzlerin gewählt,- neun weniger als rechnerisch in der schwarz-gelben Koalition möglich. Am Nachmittag legten auch die fünfzehn neuen Ministern ihren Amtseid ab.

Schon am 27. November 2009 mußte Merkel ihr Kabinett umstellen. Arbeitsminister Jung trat wegen Vertuschungsvorwürfen um einen Bundeswehrangriff auf einen Tanklasterkonvoi in Afghanistan zu seiner Zeit als Verteidigungsminsiter zurück und ist somit der Minister mit der kürzesten Amtszeit in der Geschichte der BRD. Von der Leyen wird Arbeitsministerin, Kristina Köhler (Schröder) übernahm von der Leyens Familienministerium und Frhr. von znd zu Guttenberg übernahm Jungs Verteidigungsministerium.

Der Weltklimagipfel Mitte Dezember 2010 in Kopenhagen war für die selbsternannte "Klima-Kanzlerin" eine herbe Enttäuschung, da sogar die wichtigsten Staatschefs anreisen mußten, um ein komplettes Scheitern zu verhindern. Zwar wurde beschlossen, die Erderwärmung um möglichst 2 Grad zu begrenzen, aber konkrete Vorschläge wurden nicht vereinbart.

- Die große Koalitionskrise 2010 -

Die Zusammenarbeit der "Wunschkoalition" verlief von Anfang an nicht harmonisch, denn es gab Fehlstart-Vorwürfe, Steuerstreit, Atomstreit und parteiinterne Kritik. Nach einhundert Tagen schwarz-gelber Koalition beurteilten die Wähler die Arbeit der Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zunehmend kritisch. 46 Prozent bescheinigen der Koalition mittlerweile eine schlechte Arbeit, wobei besonders Außenminister Guido Westerwelle und die FDP dramtisch an Zustimmung verloren. Die Union blieb konstant bei 41 Prozent, die SPD konnte um zwei Punkte zulegen auf 28 Prozent. FDP und Linke erreichten neun Prozent, die Grünen kamen auf elf Prozent.

Helmut Kohl, der Kanzler der deutschen Einheit, feierte am 03.04.2010 seinen 80. Geburtstag. Ende Mai 2010 mußte ein Rettungspaket für die EU beschlossen werden, was großen Unmut in der Bevölkerung auslöste. Zur Absicherung des Euro wollten EU und Internationaler Währungfond ein Paket von bis zu 750 Mrd. Euro, wobei der deutsche Anteil bei 148 Mrd. Euro liegen sollte. Das Paket wurde besonders notwendig wegen eines drohenden Staatsbankrotts in Griechenland. Aber auch Irland, Portugal, Spanien und Italien galten als gefährdet. Ende Mai 2010 geriet das Land erneut in Aufruhr, als Bundespräsident Horst Köhler seinen Rücktritt vom Präsidentenamt erklärte. Seine Entscheidung begründete er mit der Kritik an seinen Äußerungen im Zusammenhang mit dem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr.

Anfang Juni 2010 beschloß die Bundesregierung ein milliardenschweres Sparpaket, um die Vorgaben zur Schuldenbremse umzusetzen, die noch zu Zeiten der Großen Koalition vereinbart worden war. Bis 2014 müßten 80 Mrd. Euro eingespart werden. Neben Kürzungen wurden auch Steuererhöhungen nicht ausgeschlossen. Das Elterngeld wurde gekürzt, die Einzahlung in die Rentenkasse und das Elterngeld für Sozialhilfe-Empfänger gestrichen, eine ökologische Luftverkehrsabgabe beschlossen sowohl eine Atomsteuer. Am 1. Juli wurde der bisherige niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff zum neuen Bundespräsident gewählt, wobei allerdings drei Wahlgänge erforderlich waren, was viele als Denkzettell für die Bundeskanzlerin ansahen.

Eine weitere Schlappe für die Koalition war der Ausgang der Wahlen in Nordrhein-Westfalen, wo die CDU nur noch hauchdünn vor der SPD lag und die FPD auf knapp 6 Prozent kam. Da eine Einbeziehung der Linken nicht gewünscht wurde, bildeten SPD und Grüne eine Minderheitsregierung. Der abgewählte Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers zog sich aus der Politik zurück. Kurz danach erklärte auch Dr. Koch (Hessen) seinen Rückzug, da er fortan in der Wirtschaft arbeiten wollte. Anfang September 2010 beschloß die Berliner Regierung eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke um bis zu vierzehn Jahren

... wird fortgesetzt!!! ...

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