|
|
Einführung
In der Zeit seit 1995 wurden in Finnland ca. 500 Briefmarken verausgabt, wobei besonders die Zunahme der Zusammendrucke und Blocks, aber besonders der Markenheftchen hervorzuheben ist.
|
Die innenpolitische Entwicklung 1995-2001
Am 1. Januar 1995 wurde Finnland EU-Mitglied. Seit den 80er Jahren hatte sich die Parteienlandschaft in Finnland verändert: es gab viele kleine Interessengruppen, die sich als Parteien organisierten, z. B. für Rentner und Unternehmer. Bedeutend seit 1987 war u. a. der Bund der Grünen, der 1987 zur Ökologischen Partei wurde Wichtig war auch der Linksbund, der 1990 aus dem Mehrheitsflügel der SKP und SKDL gegründet wurde.
Da sich Mauno Koivisto Anfang 1994 weigerte, für eine dritte Amtsperiode zu kandidieren, mußte Finnland seinen zehnten Präsidenten wählen. Entsprechend einer Verfassungsänderung wurde dieser direkt vom Volk in zwei Wahlgängen ermittelt. Elisabeth Rehn, die Verteidigungsministerin war und zur Schwedischen Volkspartei gehörte, kam mit 22 Prozent der Stimmen zusammen mit Martti Ahtisaari, der 25,9 Prozent im ersten Wahlgang erzielte, in die Stichwahl. In diesem 2. Wahlgang erhielt Ahtisaari 250.000 Stimmen mehr als Rehn und wurde mit 53,9 Prozent neuer Präsident. Ahtisaari erwies sich schnell als jovialer und volksnaher Populist. Die Außen- und Sicherheitspolitik auch innerhalb der Europäischen Union sah er als Chefsache an. Um zu demonstrieren, daß er als direkt vom Volk gewählter Präsident über den Parteien steht, gab er wie schon Koivisto sein Parteibuch an die SDP zurück. 1995 bewerteten 18 Prozent der Bevölkerung seine Arbeit mit "sehr gut" und 62 Prozent mit "ziemlich gut".
Die Staatsschulden waren 1995 auf 350 Mrd. Finnmark gestiegen, was mehr als zwei Drittel des Bruttosozialproduktes ausmachte. Dabei hatte Finnland aber die gleichen Probleme wie andere westliche Länder. Besonders Schweden und die USA hatten noch höhere Schulden, galten aber wegen ihre größeren natürlichen Ressourcen als wesentlich zahlungskräftiger. Abos Mitte-Rechts-Regierung sah sich mit der gewaltigsten Wirtschaftskrise, die Finnland je betroffen hatte, konfrontiert. Verschlimmert wurde die Lage noch dadurch, daß mit den Arbeitgeberorganisationen kein Konsens erreiht werden konnte. Da es wenig Solidarität zwischen Arbeitsplatzbesitzern und Arbeitslosen gab, konnte die Arbeitgeber die Gewerkschaft mühelos in Schach halten.
Als die Wahlen des März 1995 anstanden, waren sie für alle Regierungsparteien mit einem großen Fragezeichen versehen. Besonders das Zentrum befürchtete nach dem großen Sie nun eine verheerende Niederlage. Mit 71,9 Prozent war die Wahlbeteiligung diesmal so niedrig wie nie zuvor. Zu den Nichtwählern zählten viele Langzeitarbeitlose, Leute aus den niederen Schichten und jugendliche Erstwähler, die die Politik mit Desinteresse verfolgten. Die Sozialdemokraten gewannen 15 Sitze hinzu. Der Linksbund erreichte 22 Mandate. Die Zentrumspartei verlor nur vier Sitze und kam auf 44 Sitze. Auch die Verluste der kleineren Regierungsparteien, der Schwedischen Volkspartei und der Christlichen Union hielten sich in Grenzen.
Weil die Sozialdemokraten nicht mit der Zentrumspartei zusammenarbeiten wollten, kam auch diesmal wieder der Sammlungspartei eine Schlüsselrolle bei der Regierungsbildung zu. Mit der Regierungsbildung war der Vorsitzende der SDP, Paavo Lipponen beauftragt worden, dem es gelang, die Sammlungspartei und den Linksbund in eine Regierung einzubinden. Die neue Regierung bezeichnete man auch als "Regenbogenregierung". Lipponen war es zum ersten Mal in der finnischen Geschichte gelungen, äußerste Rechte und Linke zusammenzuführen. Auch ein Grüner gehörte der Regierung als Minister an, was ebenfalls ein Novum war. Dennoch war die Lipponenregierung sehr rechtslastig, wovon die Sammlungspartei profitieren konnte. Theoretisch hatte die Regierung eine Mehrheit von 136 Sitzen, aber vereinzelte Abgeordnete stimmten auch gegen ihre Fraktionen. Die Regierung hatte das Glück, daß sich die wirtschaft Finnlands wieder erholte und das Bruttosozialprodukt 1994 bis 1997 im Schnitt um 4,5 Prozent wuchs. Dies was doppelt so viel wie in den anderen EU-Ländern. Ende 1997 war die Kaufkraft je Einwohner auf 20.000 US-Dollar gestiegen und Schweden konnte in der OECD-Statistik erstmals überholt werden. Auch der finnische Export stieg auf Grund der internationalen Konjunkturerholung. Die Depression konnte dennoch nur langsam überwunden werden. Die Papier- und Metallindustrie, ab er auch die High-Tech-Branche, deren Flagschiff der Nokia-Konzern war, investierten ihre Gewinne nicht unbedingt in der einheimischen Wirtschaft. Auch die Konsumgüterindustrie, die immer noch über das Wegbrechen des Osthandels klagte, konnte die Inlandsnachfrage nicht beleben und nennenswerte neue Arbeitsplätze schaffen.
Rationalisierungsmaßnahmen in der Wirtschaft trugen ebenfalls nicht dazu bei, daß die Regierung die Arbeitslosenzahl - wie geplant - um die Hälfte reduzieren konnte. Sie sank deshalb nur unter 400.000 und gehörte mit über 10 Prozent zu den höchsten in Europa. Es wurden Einsparungen im Sozial-, Bildungs- und Kulturbereich vorgenommen, was zu Unmut in der Bevölkerung führte.
Im Sommer 1995 wurde eine Verfassungsreform durchgeführt. Die gleiche soziale und kulturelle Rechte für jedermann garantierte. Im Parlament wurde die Abschaffung der Bestimmung über die sog. Qualifizierte Mehrheit durchgesetzt. Früher war ein Drittel der Abgeordneten ausreichend, daß ein Gesetz bis zur Neuwahl ruhen mußte, wodurch die Gesetzgebung stark verzögert wurde. Durch eine Gebietsreform wurde die Anzahl der Bezirke auf dem Festland von elf auf fünf reduziert und es wurden drei neue Großbezirke gebildet. Die neuen Bezirke waren Südfinnland, Ostfinnland, Westfinnland und die auch vorher schon existierenden Bezirke Oulu und Lappland.
Bei den Präsidentschaftswahlen des Jahres 2000 trat Ahtisaari nicht wieder an, so daß am 1. März mit der Sozialdemokratin und Außenministerin Tarja Halonen zum ersten Mal eine Frau zur Präsidentin gewählt wurde. Die 56-jährige Politiker erhielt 51,6 Prozent der Stimmen, ihr Kontrahent Esko Aho 48,4 Prozent. Eine Verfassungsänderung trat in Kraft, die die Befugnisse des Staatspräsidenten weitgehend auf repräsentative Aufgaben beschränkt. Zukünftig wird der Ministerpräsident nicht mehr vom Präsidenten ernannt, sondern vom Parlament gewählt.
Am 26. März 2001 traten Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden traten dem Schengener Abkommen bei und schufen damit die Grenzkontrollen für Bürger aus EU-Ländern ab. Somit haben ab sofort Reisende aus den Ländern der Europäischen Union "freie Fahrt" über rund 5.500 Kilometer von Südspanien bis in den Norden Norwegens. Am 18. Mai 2001 billigte der Reichstag in Helsinki mit 159 gegen drei Stimmen den Bau des weltweit ersten Endlagers für hochradioaktiven Atommüll in Olkiluoto bei Pori am Bottnischen Meerbusen in unmittelbarer Nähe von zwei der vier finnischen Atomkraftwerke. Sogar die Grünen stimmten dem Projekt zu. Ab 2020 sollen in rund 500 Metern Tiefe insgesamt 2.600 Tonnen Atommüll in Granit gelagert werden. Der finnische Nokia-Konzern konnte als einziger unter den führenden Herstellern von Mobiltelefonen auch im Jahr 2001 wieder Milliarden-Gewinne mit Handys vermelden und seinen Weltmarktanteil weiter auf fast 37 Prozent ausbauen.
|
Die Markenausgaben der späten 90er Jahre
Im Jahre 1995 erschienen das Markenheft "Hunde", Block 15 ("FINLANDIA '95"), "EU-Beitritt", die Zusammendrucke "Förderung der Philatelie" und "Naturschutz", "Norden", "200 Jahre Stadt Loviisa", der Zusammendruck "Weltkongreß des Verbandes Forstlicher Forschungsanstalten", "100 Jahre Entdeckung der Röntgenstrahlen", "Katzen" (als Markenheft) und "50 Jahre UNO", 1996 "50 Jahre UNICEF", "100 Jahre organisierter Frauensport in Finnland", "Olympische Sommerspiele", der Kleinbogen "Tag der Briefmarke", "100 Jahre Comics" (als Markenheft), 1997 "Grußmarken" (als Markenheft), "Eishockey-Weltmeisterschaft", "100 Jahre Versandhandel", "Segelschiffe" (als Markenheft), "80 Jahre Unabhängigkeit" (als Markenheft), Block 17 ("Kraniche"), "Tag der Briefmarke" (als Markenheft) und "100 Jahre Finnischer Schriftstellerverband" (als Markenheft), 1998 die Freimarken "Die Mumins II", Block 18 ("Valentinstag"), "Frühling", "150 Jahre Finnische Nationalhymne", "Seefahrt", Block 19 ("Eulen"), "100 Jahre Finnische Fahrradunion" und "Finnisches Design I" (als Markenheft) sowie 1999 Block 20 ("Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen"), "200 Jahre Zentralamt für Straßenwesen", Block 21 ("150 Jahre Nationalepos Neue Kalevala'"), "100 Jahre Marthabund", Block 22 ("Nachtaktive Vögel"), "Finnischer EU-Vorsitz", "Einheimische Unterhaltungskünstler" (als Markenheft) und "Finnisches Design II".
|
Euro-Land Finnland
Am 17. April 1998 verband die Regierung die Abstimmung über den Beitritt zur Europäischen Währungsunion (EWU) mit einer Vertrauensfrage, so daß die Opposition, die sich mehrheitlich zu einer Mitgliedschaft bekannte, gezwungen sah, mit der Regierung stimmte. 135 Stimmen im Parlament unterstützen die Regierung Lipponen. Da bis 1999 die Staatsfinanzen durch die Reduzierung der Arbeitslosigkeit entlastet wurden, konnte das Budget defizitfrei geplant werden. Die Sanierungspolitik der Vorgängerregierung war auch unter Lipponen fortgesetzt worden, um die Höchstverschuldung in Grenzen zu halten. Damit erfüllte Finnland die Stabilitätskriterien der EWU und das Land konnte 2002 den Euro einführen.
Bei der Parlamentswahl am 16. März errang die oppositionelle Zentrumspartei 24,9 Prozent der Stimmen und lag damit knapp vor den Sozialdemokraten von Ministerpräsident Paavo Tapio Lipponen, die es auf 24,5 Prozent brachten. Die Oppositionschefin Anneli Jäätteenmäki bildete am 15. April eine neue Regierung und es wurde vom Parlament zur ersten Male eine Frau Ministerpräsidentin Finnlands. Schon am 24. Juni 2003 aber wählte das Parlament in Helsinki Verteidigungsminister Matti Vanhanen zum Nachfolger von Ministerpräsidentin Anneli Jäätteenmäki, die sechs Tage zuvor unter dem Druck einer Affäre um Geheimpapiere nach nur drei Monaten im Amt zurückgetreten war. Sie sah sich heftigen Vorwürfen ausgesetzt, daß sie im Wahlkampf Informationen aus geheimen Unterlagen des Außenministeriums benutzt habe. Dem amtierenden Regierungschef Paavo Lipponen hatte sie vorgeworfen, den neutralen Status Finnlands aufgegeben und sich im Irak-Konflikt auf die Seite der USA gestellt zu haben.
|
Die Markenausgaben ab 2000
Für 2000 sind die Ausgaben "Helsinki - Kulturhauptstadt Europas", "Strömlingsmarkt in Helsinki", "Valentinstag" (als Markenheft), Block 23 ("Rallye-Wektmeister Tommi Mäkinen"), "Die Mumins III" (als Markenheft), "Frühlingsblumen", "Heiliges Jahr" (als Markenheft), Block 24 ("Wissenschaft") und "Finnisches Design III" (als Markenheft), für 2001 "Grußmarken" (als Markenheft), der Zusammendruck "Nordische Ski-Weltmeisterschaften", "Europäisches Jahr der Sprachen", Block 25 ("50 Jahre finnische Donald-Duck-Comichefte"), der Zusammendruck "Ostern", Block 26 ("Kultur- und Naturerbe der Menschheit"), Block 27 ("Spechte"), "Orientierungslauf-Weltmeisterschaft" und "Finnische Küste", für 2002 "Valentinstag", "Finnische Blumen", "Finnische Flagge", "Finnischer Löwe", der Block "Elias Lönnrot", der Block "Alt Raumo", der Zusammendruck "Finnische Küste" und "Lappland", für 2003 "Fische und Vögel", "Mumins V", der Block "Sommer" und "Auerhähne" sowie für 2004 "Linnaea", "Wildbeeren", die "Bärenmarke" und "Finnischer Löwe" zu nennen.
|
Ereignisse ab 2006
Nach den Wahlen im Januar 2006 war klar: Tarja Halonen bleibt für weitere sechs Jahre finnische Staatspräsidentin. Die 62-jährige setzte sich am 29.01. in einer Stichwahl gegen ihren konservativen Herausforderer Sauli Niinistö durch. Nach Auszählung von 96 Prozent der Stimmen lag Halonen bei 51,8 Prozent, auf Niinistö entfielen 48,2 Prozent. In der 2. Jahreshälfte übernahm Finnland von Österreich für ein halbes Jahr die EU-Ratspräsidentschaft, konnte aber keine entscheidenden Akzente setzen.
Auch Finnland erlebte im April 2008 seinen politischen Sex-Skandal. Außenminister Ilkka Kanerva wurde am 1. April in einem einmaligen Schritt von seiner Partei abgesetzt. Er hatte hunderte pikanter SMS an eine Nachtklub-Tänzerin geschickt. Der Minister soll der Tänzerin mehr als 200 SMS geschickt haben. Der Skandal wurde ausgelöst, als publik wurde , daß die Erotik-Tänzerin einige SMS-Botschaften an eine Zeitung verkauft haben sollte. In Finnland wird mit der baldigen Veröffentlichung gerechnet. Die konservative Sammlungspartei bildet zusammen mit der Zentrumspartei (KESK) und zwei kleineren Parteien eine Koalition. Dabei wird das Außenministerium von der Sammlungspartei besetzt.
Am 11. Juni 2008 stimmte das finnische Parlament mit großer Mehrheit dem überarbeiteten EU-Vertrag zu, der eine Art Verfassung sein soll! Im Jahre 2009 feierte Finnland das 200-jährige Bestehen des Finnischen Landtags. Da auch Finnland von der Weltwirtschaftskrise nicht verschont blieb, mußte auch hier viel Geld zur Stützung der Wirtschaft und besonders des Bankwesens bereitgestellt werden.
Am Silvestertag 2009 richtete ein Amokschütze in einem Einkaufszentrum am Stadtrand der finnischen Hauptstadt Helsinki ein Blutbad an. Der 43-jährige brachte zudem seine ehemalige Lebensgefährtin um, bevor er sich offenbar selbst tötete. Augenzeugen berichteten, ein bewaffneter, schwarz gekleideter Mann habe am Morgen plötzlich wahllos um sich geschossen. Zusammen mit der Frau des Täters gab es sechs Todesopfer. Das Verbrechen am Silvestertag war bereits der dritte Amoklauf in Finnland innerhalb von drei Jahren. Im November 2007 erschoß ein 18-jähriger Schüler im Süden Finnlands acht Menschen, im September 2008 erschoss ein bewaffneter Mann neun Mitschüler einer Berufsschule in Kauhajoki.
... wird fortgesetzt ...
|
Die Markenausgaben 2005-2009
Im Jahre 2005 erschienen "Zeitgenössische Kunst", 2006 "Märchenerzähler", "Blaubeere", "Lilac" und "Textilkunst", 2007 "100 Jahre Finnische Handelsorganisation", "Sonnenaufgang", "Weihnachten", "Wildbeeren", "Tampere-Kathedrale" und "90 Jahre Unabhängigkeit", 2008 "Finnische Buchverlegerorganisation", der Block "Nordische Mythologie", "Alpiner Ski", "Universität Helsinki" und der Block "Kimi Raikkoenen" sowie 2009 "Pallas Yllaes", "Dienst im Krankenhaus", "Peony", der Kleinbogen "1809 - Großfürstentum Finnland" und "Ostern".
... wird fortgesetzt ...
|
|